Annekathrin Bürger
Schauspielerin
* 3. April 1937 in Berlin
Biografie
Annekathrin Bürger
während eines Zeitzeugengesprächs für die DEFA-Stiftung im Jahr 2001. Fotograf: Amir Fathi
Annekathrin Bürger vorzustellen, sei ein ebenso überflüssiges Unterfangen wie Eulen nach Athen zu tragen, bemerkt 1970 ein Leipziger Journalist. Die Schauspielerin ist zu diesem Zeitpunkt in der DDR längst eine Ikone. Ob auf der Kinoleinwand, im Fernsehen, oder auf der Theaterbühne – Annekathrin Bürger ist präsent und tief im Herzen ihres Publikums verankert. Doch ihr Wirken erschöpft sich nie in der Kunst: Zeitlebens verbindet sie ihre kreative Strahlkraft mit starkem gesellschaftspolitischem Engagement.
Annekathrin Bürger wird am 3. April 1937 in Berlin-Charlottenburg geboren. Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie in einer großen Altbauwohnung am Kurfürstendamm. Sie wächst in einer künstlerischen Familie, aber auch in einer von den Spannungen des Kriegs und des Nationalsozialismus geprägten Zeit auf. Ihr Vater ist der Tierzeichner und Kabarettist Heinz Rammelt (1912–2004). Ihre Mutter Gerda Kretzschmar wirkt als Ballerina und Solotänzerin. Im Zweiten Weltkrieg wird der Vater an die Ostfront einberufen. Bei einem Heimaturlaub entdeckt er, dass seine Frau eine Affäre hat und ein Kind erwartet – auf ihr Bitten erkennt Heinz Rammelt das Kind als das seine an. Annekathrin Bürger wird diesen Bruder, der später ein erfolgreicher Sportler in der DDR ist, nie kennenlernen.
Die kleine Annekathrin – von allen nur Kathi genannt – wird während des Krieges zu Gasteltern nach Thum im Erzgebirge geschickt. Mit dem Erreichen des Schulalters zieht sie in die NSV-Jugendheimstätte Niederdonau im mährischen Brünn. Kathi startet mit hervorragenden Noten und einer ersten Leidenschaft für das Theaterspiel in die Schulzeit. Unterdessen lässt sich Heinz Rammelt scheiden; im August 1944 wird ihm das alleinige Sorgerecht für Kathi übertragen. Die Mutter verschwindet aus ihrem Leben.
Im selben Jahr überrollen der Flüchtlingsstrom und das Vorrücken der Roten Armee die Region um Brünn, sodass die Heimleiterin Kathi persönlich zurück nach Berlin bringt. Ihr neues Zuhause wird Rathenow, wohin ihr Vater zur Truppenbetreuung versetzt wurde. In Rathenow lebt auch seine neue Lebensgefährtin Anneliese („Anne“), die für das Mädchen zur Mutterfigur wird. Die neu zusammengewürfelte Familie sitzt auf gepackten Koffern, während die Front immer näher rückt und Heinz Rammelt ein neuer Kampfeinsatz droht. Als die Rote Armee 1945 Rathenow erreicht, legt der Vater die Uniform ab, und mit der hochschwangeren Anne tritt die Familie die Flucht an.
Eine der wichtigsten Filmrollen der Schauspielerin ist die Magdalena in der DEFA-Produktion KÖNIGSKINDER (R: Frank Beyer, 1962)
Am 26. April 1945 wird Kathis Schwester Christiane in einer Gärtnerei im altmärkischen Schollene geboren. Ohne Rast geht die Flucht weiter nach Fischbek an der Elbe. Dort wird der Vater als Deserteur festgenommen und zunächst zum Tode verurteilt – ein Urteil, das kurz darauf in den Einsatz an der Ostfront abgemildert wird. Die Familie wird getrennt: Ohne den Vater flüchtet Anne mit den Kindern über die Elbe nach Tangermünde und weiter nach Stendal. Für Kathis kleine Schwester sind die Strapazen der Flucht zu groß. Sie stirbt und wird in einem Massengrab beigesetzt.
Nach Kriegsende gerät der Vater zunächst in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung spürt er seine Familie in Eichstedt auf und zieht mit ihr ins nahegelegene Hornhausen. Rammelt fasst dort rasch Fuß, engagiert sich kulturell, gründet eine Laienspielgruppe sowie den örtlichen Kulturbund im nahen Oschersleben. Kathi packt unterdessen in der Landwirtschaft mit an und liest auf den Feldern säckeweise Ähren auf. In ihrer Freizeit flüchtet sich das Mädchen in Abenteuerbücher von Karl May und B. Traven oder besucht das Kino, wo sie sowjetische Kinderfilme wie DIE STEINERNE BLUME (1946) beeindrucken.
Heinz Rammelt ist in dieser Zeit nur selten bei der Familie; er versucht, über verschiedenste Einkommensquellen Geld zu erwirtschaften. So tritt er mit einer Kabarett-Zeichennummer auf – sogar in den Westsektoren Berlins – und arbeitet freischaffend als Zeichner und Illustrator für Zeitungen und Zeitschriften. 1950 zieht die Familie schließlich nach Bernburg, wo Rammelt eine Festanstellung erhält. Im selben Jahr wird Kathis Bruder Hans-Jörg geboren.
Ihre Schulzeit beendet Kathi nach der achten Klasse und macht eine Ausbildung zur Gebrauchswerberin. Während ihr Vater sich wünscht, dass sie in seine Fußstapfen tritt und ebenfalls Tierzeichnerin wird, zieht es Kathi auf die Bühne. Rammelt vermittelt ihr über den Bernburger Oberspielleiter Hans-Joachim Preil – den späteren Spielpartner von Rolf Herricht – eine Stelle in der Bühnenbildabteilung. Wer Schauspieler werden wolle, müsse das Theater erst von hinten kennenlernen, so die Haltung des Vaters. Die Realität ist ernüchternd: Die Arbeit ist hart und beginnt morgens um 7:00 Uhr. Eigene Entwürfe malt Kathi nicht – stattdessen rührt sie Leim, mischt Farben an und wäscht Pinsel aus.
Der erste Auftritt im Film: Annekathrin Bürger in GEBIRGE UND MEER (R: Wolfgang Bartsch, Bohumil Vosahlik, 1955) Fotografen: Svatopluk Maly, Helmut Bergmann
Liebe auf der Leinwand und im Leben: Annekathrin Bürger und Ulrich Thein in EINE BERLINER ROMANZE (R: Gerhard Klein, 1956) Fotografin: Waltraut Pathenheimer
Mit Hans-Jörg und dem neugeborenen Olaf ziehen Kathis Eltern 1954 nach Dessau – vor allem wegen der direkten Bahnverbindung nach Berlin, wo der Vater immer mehr Zeichenaufträge erhält. Kathi bleibt mit 17 Jahren in Bernburg und gründet mit einer Freundin eine Wohngemeinschaft. Am Theater übernimmt sie nach und nach mehr Aufgaben: Sie lässt sich regelmäßig als Statistin einteilen und vertritt eine erkrankte Requisiteurin.
Im Jahr 1955 wagt sie den Schritt nach Berlin und nimmt an der Aufnahmeprüfung der Schauspielschule teil. Sie spricht Gretchen aus Goethes „Faust“ vor, fällt jedoch durch – mit dem Hinweis, es im nächsten Jahr erneut zu versuchen. Kurz darauf zeigt ihr der Vater eine Zeitungsanzeige: Für den DEFA-Spielfilm EINE BERLINER ROMANZE wird eine Hauptdarstellerin für die Rolle der Uschi gesucht. Kathi fährt nach Potsdam-Babelsberg, wo sie auf gewaltige Konkurrenz trifft – rund 14.000 junge Frauen bewerben sich um die Rolle. Bis zu Regisseur Gerhard Klein dringt sie nicht vor. Schon vorher wird sie vom damaligen Regieassistenten Heiner Carow aussortiert.
Heinz Rammelt setzt unterdessen alles daran, seiner Tochter den Weg in die Schauspielerei zu ebnen. Bei einem Gespräch im Berliner Pressecafé erfährt er vom Regisseur Wolfgang Bartsch, dass dieser für den populärwissenschaftlichen Koproduktionsfilm GEBIRGE UND MEER noch eine Besetzung für die Rolle einer deutschen Pionierleiterin sucht. Der Kurzfilm soll zeigen, wie tschechische Pioniere die Insel Rügen erkunden und im Gegenzug deutsche Thälmann-Pioniere durch die Hohe Tatra wandern. Es wird der erste Leinwandauftritt der angehenden Darstellerin.
Als Kathi nach einem Drehtag auf Rügen mit ihrer Film-Pioniergruppe zu Abend isst, betreten Regisseur Gerhard Klein, seine Frau und Heiner Carow das Lokal. Da unter den 14.000 Bewerberinnen in Babelsberg keine passende Besetzung für EINE BERLINER ROMANZE zu finden war, suchen sie nun in der Provinz weiter. Das Trio winkt die junge Frau an seinen Tisch. Trotz Kleins erster skeptischer Bemerkung, sie sei „zu dick und sächselt“, beschließen sie, Probeaufnahmen zu wagen. Noch in derselben Nacht wird geübt: Immer wieder muss Kathi dem Regieassistenten Heiner Carow eine Ohrfeige verpassen, der die Zeilen des späteren Hauptdarstellers Ulrich Thein einspricht. Am nächsten Tag folgen Testaufnahmen in Wismar – und Kathi sichert sich die begehrte Hauptrolle.
In den ersten Presseankündigungen bleibt die Hauptdarstellerin, die noch den für eine künstlerische Laufbahn als unpassend empfundenen Namen Annekathrin Rammelt trägt, namenlos. Das westdeutsche Magazin „Der Spiegel“ betitelt sie deshalb schlicht als „namenlose Ost-Uschi“. Da man ihr zu einem Künstlernamen rät, wählt sie fortan den Nachnamen Bürger – in Erinnerung an ihre geliebte Leipziger Großmutter, die Malerin Käte Rammelt-Bürger (1877–1943).
Unerschütterlicher Glaube. Annekathrin Bürger als Anna in TILMAN RIEMENSCHNEIDER (R: Helmut Spieß, 1958) Fotograf: Hannes Schneider
Partnertausch? Annekathrin Bürger (Sonja) zusammen mit Angelica Domröse (Siegi) in VERWIRRUNG DER LIEBE (R: Slatan Dudow, 1959) Fotograf: Eduard Neufeld
Die Dreharbeiten für EINE BERLINER ROMANZE – eine Liebesgeschichte im geteilten Berlin – verlangen der unerfahrenen Darstellerin alles ab. Regisseur Gerhard Klein fordert höchste Authentizität. Immer wieder ermahnt der Regisseur sie, nicht zu „spielen“, sondern zu „leben“ – bis es ihr schließlich gelingt, ihn zu überzeugen. Auch die physischen Belastungen sind enorm: Ein Nachdreh in den winterlichen Straßen Berlins, wo sommerliche Temperaturen simuliert werden müssen, bringt sie an ihre Grenzen. Während der Dreharbeiten verlieben sich Bürger und Ulrich Thein auch abseits der Kamera ineinander – sehr zum Missfallen Kleins.
Nach Ende der Dreharbeiten nimmt Annekathrin Bürger Anfang 1956 ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg auf. Ihre Kommilitonen haben bereits im September begonnen, und nach ihrem fulminanten Filmdebüt spürt Bürger einen enormen Erwartungsdruck. Im Sommer 1956 reist sie gemeinsam mit Thein zu den Internationalen Filmfestspielen nach Karlovy Vary, um EINE BERLINER ROMANZE vorzustellen. Noch im selben Jahr verlobt sich das Paar und zieht bei Theins Mutter in Berlin-Biesdorf ein.
Neben dem Studium dreht Annekathrin Bürger unermüdlich. Eine kleine Rolle übernimmt sie in Richard Groschopps Kurz-Spielfilm KLEINE FISCHE, gefolgt von einem Part in Günter Reischs Agentenfilm SPUR IN DIE NACHT – in beiden Produktionen wirkt auch Ulrich Thein mit. Erstmals ohne ihn steht sie 1957 für den Historienfilm TILMAN RIEMENSCHNEIDER (R: Helmut Spieß) vor der Kamera. Bürger verkörpert darin die junge Anna, die als Einzige noch zu dem in Verruf geratenen Bildhauer hält. In János Veiczis REPORTAGE 57 übernimmt sie 1958 an der Seite von Willi Schrade die weibliche Hauptrolle.
Nach Abschluss des Studiums erhält sie einen Zweijahres-Vertrag bei der DEFA. Die ersten elf Monate ist sie mit den Dreharbeiten zu Slatan Dudows VERWIRRUNG DER LIEBE (1959) beschäftigt – einer zeitgenössischen Interpretation von Goethes „Wahlverwandtschaften“. Erneut spielt sie neben Willi Schrade, während die zweite weibliche Hauptrolle mit der neu entdeckten Angelica Domröse besetzt wird. Die Arbeit mit dem extrem akribischen Dudow, der jede Szene unzählige Male proben und wiederholen lässt, fordert Bürger physisch wie mental. Allein der Dreh einer ausgelassenen Faschingsszene nimmt mehr als 20 Tage in Anspruch. Nach dem Abschluss des Projekts zieht Annekathrin Bürger eine ernüchterte Bilanz: Sie habe eine „Überdosis Film“ erlitten. Ihren Vertrag bei der DEFA kündigt sie.
Das Konzentrationslager überlebt. Kathrin (Annekathrin Bürger) in FÜNF TAGE – FÜNF NÄCHTE (R: Lew Arnstam, 1960) Fotografin: Karin Blasig
Auf der Suche nach der Wahrheit: Annekathrin Bürger (Vera) und Horst Jonischkan (Frank) in DAS ZWEITE GLEIS (R: Joachim Kunert, 1962) Fotograf: Max Teschner
Annekathrin Bürger will sich verstärkt dem Theater widmen. Nach einem Vorsprechen bei Wolfgang Langhoff erhält sie ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin – wo auch ihr Partner Ulrich Thein unter Vertrag steht und Bühnenerfolge feiert. Bürger selbst wird jedoch nur in kleinen Parts besetzt. Um sich freizuspielen, geht sie in die Provinz ans „Theater der Bergarbeiter“ nach Senftenberg unter der Oberspielleitung von Klaus Gendries. Hier darf sie Hauptrollen übernehmen und brilliert unter anderem als Lucietta in „Viel Lärm in Chiozza“, als Emilia in „Emilia Galotti“ sowie als Katharina in „Die widerspenstige Zähmung“.
1960 steht Annekathrin Bürger an der Seite ihres Verlobten Ulrich Thein für Kurt Maetzigs DEFA-Spielfilm SEPTEMBERLIEBE erneut vor der Kamera. Die Filmhandlung nimmt das reale Leben vorweg: Im Film verliebt sich Theins Rolle in die jüngere Schwester (Doris Abeßer) seiner Verlobten (Annekathrin Bürger) und die Liebe zerbricht. Im wahren Leben folgt die Trennung nur wenige Monate später. Im Februar 1961 gesteht Thein ihr die Liebe zu der tschechischen Schauspielerin Jana Brejchová, die er bei Dreharbeiten kennengelernt hat.
Einen Tag nach der Trennung reist Bürger zur Premiere ihres nächsten Films nach Moskau. FÜNF TAGE – FÜNF NÄCHTE entsteht in Koproduktion mit der Sowjetunion unter der Hauptregie von Leo Arnstam. Der Film greift die Rettung der Gemälde aus der Dresdner Gemäldegalerie nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Bürger spielt darin die große Liebe des Malers Paul (Heinz-Dieter Knaup). Ihre Figur war während des Krieges im Konzentrationslager inhaftiert – eine Rolle, die sie mit prägnanter Kurzhaarfrisur verkörpert.
Anschließend besetzt sie Frank Beyer an der Seite von Armin Mueller-Stahl und Ulrich Thein im Spielfilm KÖNIGSKINDER, der von einer unerfüllten Liebe in der Zeit des Nationalsozialismus erzählt. Durch den Bau der Berliner Mauer verzögern sich die Dreharbeiten erheblich, da Teile des Filmteams sowie der Regisseur selbst in die Betriebskampfgruppen zur Sicherung der Grenze am Teltowkanal berufen werden. Ein weiterer großer Filmerfolg wird das antifaschistische Drama DAS ZWEITE GLEIS (R: Joachim Kunert). Bürger übernimmt darin die Rolle der Vera Brock, die gemeinsam mit ihrem Partner (Horst Jonischkan) der verdrängten Vergangenheit ihres Vaters im Nationalsozialismus auf die Spur kommt. Der visuell eindringliche Film gilt heute als eine der bedeutendsten DEFA-Produktionen der 1960er-Jahre.
Am Theater probt Annekathrin Bürger indes Schillers „Die Räuber“ – zusammen mit ihrem neuen Lebensgefährten Rolf Römer, den sie bereits während der Zeit an der Filmhochschule kennengelernt hat. 1962 entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Theaterjahre der Schauspielerin: Mit der Titelrolle in Gerhart Hauptmanns „Rose Bernd“ feiert sie immense Erfolge; nach der Premiere verzeichnet das Ensemble sagenhafte 55 Vorhänge. Die Inszenierung wird ein großer Triumph, dass das Senftenberger Ensemble sogar zu einem Gastspiel an das Deutsche Theater nach Berlin eingeladen wird. Ihre filmischen Erfolge der letzten Jahre führen Bürger zudem zu DDR-Filmwochen im Ausland, unter anderem nach Helsinki und Kairo.
Annekathrin Bürger als Olivia in der Shakespeare-Verfilmung ... NICHTS ALS SÜNDE (R: Hanuš Burger, 1965) Fotograf: Herbert Kroiss
Außergewöhnliche Kostüme. Annekathrin Bürger in MIT MIR NICHT, MADAM! (R: Roland Oehme, Lothar Warneke, 1968) Fotografen: Peter Bernhardt, Klaus Zähler
Im Herbst 1963 endet Annekathrin Bürgers prägende Zeit in Senftenberg. Gemeinsam mit Rolf Römer folgt sie ihrem langjährigen Oberspielleiter Klaus Gendries zum Fernsehen der DDR. Während Römer, der sich schon am Theater regelmäßig in Diskussionen einmischt, mit Systemkritik nicht spart und als politisch unzuverlässig gilt, beim Fernsehen kaum Rollen erhält, feiert Bürger dort auf Anhieb große Erfolge: Sie überzeugt unter anderem als Petra Ledig im populären Vierteiler WOLF UNTER WÖLFEN, übernimmt die Titelfigur in VANINA VANINI und gibt die Nora in der Ibsen-Verfilmung NORA ODER EIN PUPPENHEIM. Für die DEFA dreht sie auf der Insel Sveti Stefan die erste Gemeinschaftsproduktion mit Jugoslawien, den Kriminalfilm MÖRDER AUF URLAUB (R: Boško Bošković).
Anschließend stehen bei der DEFA Dreharbeiten für die musikalische Shakespeare-Verfilmung ...NICHTS ALS SÜNDE (1965) unter der Regie des tschechischen Filmemachers Hanuš Burger auf dem Programmplan. Doch das Projekt verzögert sich: Am ersten Weihnachtsfeiertag 1964 erleidet die Schauspielerin auf der Fahrt von Moritzburg nach Dessau einen Autounfall, den sie schwer verletzt überlebt. In einer Phase, in der Annekathrin Bürger gesundheitsbedingt kürzertreten muss, übernimmt ihr Mann Rolf Römer einige seiner wichtigsten Filmrollen. Doch ehe das Publikum Werke wie WENN DU GROSS BIST, LIEBER ADAM oder JAHRGANG 45 sehen kann, vergehen noch rund 25 Jahre: In Folge des 11. Plenums des ZK der SED im Dezember 1965 wird fast ein kompletter DEFA-Filmjahrgang verboten.
Am 2. Juli 1966 heiraten Annekathrin Bürger und Rolf Römer in Dresden. Zwei Tage zuvor saßen sie gemeinsam in der legendären Premierenvorführung des in Ungnade gefallenen Films SPUR DER STEINE im Kino International, die von massiven Störaktionen begleitet wurde. Einige Gäste kommen verspätet zur Hochzeitsfeier, da sie den Film kurz vor dem Verbot in einer der wenigen Vorstellungen noch sehen wollen.
Voller Vorfreude blickt Bürger 1966 auf ein Gastspiel am Theater Dessau, wo sie die Gesangsrolle der Eliza Doolittle im Musical „My Fair Lady“ verkörpern soll. Doch erneut schlägt die Gesundheit zu: Ihre Stimme versagt. Die erste Vorstellung übersteht sie nur dank einer Spritze in den Kehlkopf. Bereits ab der zweiten Aufführung muss sie durch Eva-Maria Hagen ersetzt werden. Eine neue Bühnenheimat findet Annekathrin Bürger Mitte der 1960er-Jahre an der Berliner Volksbühne, deren Ensemble sie weit mehr als drei Jahrzehnte angehören wird. Ihren größten künstlerischen Erfolg feiert sie dort 1968 als Enea in der Dario-Fo-Komödie „Siebentes: Stiehl ein bisschen weniger“. Ihre darstellerische Leistung ist so überzeugend, dass die Süddeutsche Zeitung sie sogar zum „weiblichen Charlie Chaplin“ kürt.
Beim Film liegt ihr in dieser Zeit besonders Egon Günthers Literaturverfilmung ABSCHIED (1968) nach Johannes R. Becher am Herzen, in der sie den kleinen Part der Sängerin Magda übernimmt. In Budva an der Adria entsteht die Spionage-Komödie MIT MIR NICHT, MADAM! (R: Roland Oehme und Lothar Warneke), in der ihr Mann Rolf Römer nicht nur am Drehbuch mitschreibt, sondern auch eine Doppelrolle übernimmt. Bürger selbst überzeugt als britische Agentin Mabel Patrick und wird für den Film vom Magdeburger Modeschöpfer Heinz Bormann – vom Spiegel einst als „Roter Dior“ tituliert – elegant gekleidet.
Freundinnen: Ellen (Annekathrin Bürger) und Ulli (Petra Hinze) in HE DU! (R: Rolf Römer, 1969) Fotograf: Klaus Zähler
Kultfilm in Flower-Power-Optik: Annekathrin Bürger als Jette in HOSTESS (R: Rolf Römer, 1975) Fotograf: Dieter Jaeger
Ab 1969 erfährt Annekathrin Bürgers Theaterkarriere einen deutlichen Bruch: Mit dem neuen Oberspielleiter und späteren Intendanten Benno Besson erhält die Volksbühne eine andere künstlerische Ausrichtung. Der neu dazugestoßene Regisseur Fritz Marquardt kann mit Bürgers Spielweise wenig anfangen. Besonders schmerzhaft trifft sie ein Vorfall kurz vor einer Premiere: In einer Inszenierung von Heiner Müllers „Weiberkomödie“ wird sie überraschend durch Ursula Karusseit ersetzt. Dieser Vorfall verletzt sie tief und nagt an ihrem Selbstbewusstsein. Große Hauptrollen bleiben ihr fortan verwehrt und die Hauptbühne betritt sie nur noch selten. In einem Zeitzeugengespräch im Auftrag der DEFA-Stiftung kommentiert sie ihre künstlerischen Präferenzen: „Film ist meine Heimat [...] Theater immer noch eine Herausforderung, aber eine schöne.“
Hauptrollen bei der DEFA bekommt sie in den Filmen, in denen Rolf Römer die Regie verantwortet. Erstmals im Berlin-Film HE DU! (1969), in dem sie eine emanzipierte Lehrerin spielt. Einige Jahre später folgt HOSTESS (1975). Einer der – obwohl von der DDR-Filmkritik weitgehend missbilligt – größten DEFA-Publikumserfolge dieser Zeit. Bürger spielt die Hostess Jette, die die Beziehung zu ihrem Lebensgefährten hinterfragt. Nachdem mehrere Mitwirkende im Zuge der Ausbürgerung Wolf Biermanns die DDR verlassen, ist der Film kaum noch zu sehen. Eine Performance von Nina Hagen im Köpenicker Schloss wird ohne Zustimmung des Regisseurs gestrichen. Zuletzt entsteht unter Römers Regie der TV-Krimi SCHULDIG (1978) in der Reihe POLIZEIRUF 110. Der Film basiert auf authentischen Ereignissen, die Römer und Bürger im Konflikt zwischen ihrer Haushälterin und deren Ehemann erleben. Die Ausstrahlung löst einen Skandal aus, da das Werk einen Selbstmord in der DDR-Gesellschaft thematisiert. Der Film wird verboten. Römer darf fortan keine weiteren Filme mehr als Regisseur realisieren.
Das populäre Genre des „DEFA-Indianerfilms“ – ab 1966 ein fester Bestandteil der Produktionspläne des Spielfilmstudios – bietet Annekathrin Bürger Abwechslung. Nachdem sie 1968 in SPUR DES FALKEN bereits der polnischen Schauspielerin Barbara Brylska ihre Stimme leiht, steht sie in TÖDLICHER IRRTUM (1970) an der Seite von Gojko Mitić und Armin Mueller-Stahl erstmals selbst für die Reihe vor der Kamera. In TECUMSEH (1972) übernimmt sie die Rolle der Eileen, Schwester von Simon (Rolf Römer) und anfängliche Geliebte des Titelhelden (Gojko Mitić).
Wiederkehrend fällt Annekathrin Bürger durch ihr gesellschaftspolitisches Engagement auf: Mitte der 1970er-Jahre setzt sie sich erfolgreich für den Erhalt des Gründerzeitmuseums von Charlotte von Mahlsdorf ein. Den Protestbrief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschreibt sie 1976 zunächst, zieht ihre Unterschrift jedoch wieder zurück. Sie will „unbewaffnet“ und „voraussetzungslos“ beim Minister für Kultur Hans-Joachim Hoffmann vorsprechen, begründet sie diese Entscheidung später. Minister Hoffmann schickt beim vereinbarten Termin am 22. November 1976 jedoch seinen persönlichen Referenten vor. Im April 1977 hat sie zusammen mit Rolf Römer einen persönlichen Termin bei Erich Honecker, in dem sie ihre Haltung zur Ausbürgerung Biermanns und zur Kampagne gegen den Schauspieler Manfred Krug zum Ausdruck bringen. Aus Sorge etwas unvollständig oder ungenau zu formulieren, notieren sie ihre Standpunkte vorab in einem Brief, den Römer während des Termins Honecker vorliest. Das Schreiben ist in Annekathrin Bürgers Biografie „Der Rest, der bleibt“ im Wortlaut abgedruckt.
Auf welcher Seite stehst du? Annekathrin Bürger (Eileen) zusammen mit Rolf Römer (Simon) in TECUMSEH (R: Hans Kratzert, 1972) Fotografen: Eckhardt Hartkopf, Joachim Zillmer
Annekathrin Bürger (Caroline) mit Armin Mueller-Stahl (Chris Howard) in TÖDLICHER IRRTUM (R: Konrad Petzold, 1969) Fotografen: Horst Blümel, Klaus Groch
Als ihren bedeutendsten politischen Erfolg bezeichnet Annekathrin Bürger den Erhalt der barocken Fassade in der Großen Meißner Gasse 15 in Dresden, als das Gebäude Anfang 1982 einem neuen Hotelkomplex weichen sollte. Auf ihren Brief an Staatschef Honecker antwortet dieser ihr schriftlich: „Es ist dein Verdienst, eine große Dummheit verhindert zu haben.“ Bei der historischen Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 singt Bürger vor rund 500.000 Menschen das Lied „Worte eines politischen Gefangenen an Stalin“ und widmet es Walter Janka, der seine Teilnahme aufgrund der Rede von Markus Wolf absagt. In den 1990er-Jahren engagiert sie sich gemeinsam mit Rolf Römer für russische Waisenkinder: Sie gründen den Verein „Kinder vom Don“, sammeln Spenden, packen Hilfspakete und organisieren medizinische Unterstützung in Zusammenarbeit mit Ärzten der Berliner Charité. „Anderen zu helfen, ist vielleicht meine beste Rolle“, resümiert die Schauspielerin 1993 im Berliner Kurier.
Eine letzte große Rolle im DDR-Fernsehen spielt sie in der Wendezeit in DER REST, DER BLEIBT. Gemeinsam mit Regisseur Bodo Fürneisen kämpft sie jahrelang für die Realisierung des Stoffes, der stark von persönlichen Erlebnissen des Regisseurs geprägt ist und vom schwierigen Ablösungsprozess von der Großmutter sowie der Liebe eines Mannes zu einer deutlich älteren Frau erzählt. Die Hauptrolle schreibt Fürneisen Bürger direkt auf den Leib. Der Film wird am 16. Januar 1991 als erster DFF-Beitrag zur Prime-Time in der ARD ausgestrahlt und erhält ein positives Presseecho.
Künstlerisch ist Bürgers Laufbahn ab Mitte der 1970er-Jahre zunehmend von Chansonabenden und Lesungen geprägt; mit besonderer Vorliebe interpretiert sie Werke von Bertolt Brecht – auch im Ausland. 1977 stimmt sie sich noch persönlich mit Maxie Wander ab, bevor sie deren Werk „Guten Morgen, du Schöne“ bei Lesungen präsentiert; wenig später liest sie auch aus den Tagebüchern der Autorin. Ab 1992 tourt sie zwölf Jahre lang mit den Sängerinnen Carola Nossek, Uschi Brüning und Barbara Kellerbauer durch die neuen Bundesländer und gibt unzählige Konzerte.
Im Fernsehen hält sie sich in der Nachwendezeit zunächst mit kleineren Rollen über Wasser und gastiert in zahlreichen Film- und Serienproduktionen. Eine feste Serienrolle übernimmt sie von 1999 bis 2006 als Frederike im Leipziger TATORT an der Seite von Peter Sodann und Bernd Michael Lade. Ihre letzte große Kinohauptrolle spielt sie 2017 als dominante Mutter im Eiskunstlauf-Drama DIE ANFÄNGERIN neben Ulrike Krumbiegel.
Über viele Jahrzehnte lebt Annekathrin Bürger gemeinsam mit Rolf Römer in Berlin-Köpenick. Im März 2000 stirbt Römer an den Folgen eines schweren Gartenunfalls. 2022 verlässt sie Berlin und zieht zu ihrem Bruder und ihrer Schwägerin nach Dessau in Sachsen-Anhalt.
Verfasst von Philip Zengel. (August 2026)
Der Text greift zu großen Teilen auf Informationen aus dem Buch „Der Rest, der bleibt“ von Annekathrin Bürger und Kerstin Decker zurück, nutzt aber auch das im Auftrag der DEFA-Stiftung entstandene Zeitzeugengespräch aus dem Jahr 2001 sowie eine Artikelsammlung zu Annekathrin Bürger in der Pressedokumentation der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.
Auszeichnungen
- 1960: Erich Weinert-Medaille
- 1962: Kunstpreis der DDR
- 1965: WOLF UNTER WÖLFEN - Silberner Lorbeer des Deutschen Fernsehfunks
- 1972: Goldene Flimmerkiste des Fernsehens der DDR
- 2026: Lebenswerk-Preis der DEFA-Stiftung
Literatur
- Bergemann, Sandra: Annekathrin Bürger, in: Gesichter der DEFA, Teil der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Ed. Braus 2008.
- Bürger, Annekathrin, Decker, Kerstin: Der Rest, der bleibt. Erinnerungen an ein unvollkommenes Leben, Droemer München 2007.
- Bürger, Annekathrin: Wortmeldungen [Interview], in: Sonntag 22. Februar 1976.
- Carlé, Wolfgang: Annekathrin Bürger, in: Künstler unserer Zeit, Henschel Verlag Berlin 1961.
- Hoyer, Gisela: Von Liedern und vom Leben, in: FF dabei 02/1990.
- Linke, Marlies: Was denken Sie, Frau Bürger?, in: Filmspiegel 07/1990.
- Schenk, Ralf: Die eigene Wahrheit ertasten. Die eigene Wahrheit ertasten, in: Neues Deutschland, 3. April 2007.
- Schenk, Ralf: Annekathrin Bürger, in: Frauengestalten in Film und Fernsehen der DDR, Bundeszentrale für Politische Bildung 1997.
- Nössig, Inge: Annekathrin Bürger, in: Renate Seydel (Hrsg.): Schauspieler, Theater - Film - Fernsehen, Henschel Verlag Berlin 1966.
- o.A.: Annekathrin Bürger, in: Unsere Filmsterne, Verlag Junge Welt 1966.
- Spazier, Ingrun: Annekathrin Bürger, in: cinegraph, Loseblattsammlung seit 1986.
- Wahl, Christine: So verbissen sehe ick det nich. Die Schauspielerin Annekathrin Bürger hat zum 70. Geburtstag ihre Memoiren geschrieben. Eine Begebnung, in: Der Tagespiegel, 3. April 2007.
- Wengierek, Reinhard: Eine Frau in den besten Jahren - Annekathrin Bürger, in: Filmspiegel 26/1979.
- Westphal, Anke: Eine ganz besondere Frau: Die Schauspielerin Annekathrin Bürger wird heute 70 Jahre alt, Berliner Zeitung 3. April 2007.
- Wilkening, Heidrun: Annekathrin Bürger, in: Filmmuseum Potsdam (Hrsg.): Vor der Kamera. 50 Schauspieler in Babelsberg, Henschel Verlag Berlin 1995.
DEFA-Filmografie
- Gebirge und Meer / Hory a more (1955) - Darsteller | Regie: Wolfgang Bartsch, Bohumil Vosahlik
- Eine Berliner Romanze (1956) - Darsteller | Regie: Gerhard Klein, Heiner Carow
- Kleine Fische (1956) - Darsteller | Regie: Richard Groschopp
- Spur in die Nacht (1957) - Darsteller | Regie: Günter Reisch
- POD STUK KOLES / Immer nur Liebe (1958) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Michail Iwanowitsch Jerschow
- Tilman Riemenschneider (1958) - Darsteller | Regie: Helmut Spieß
- WANJA / Du mußt mir vertrauen (1958) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Anatoli Dudorow, Aran Schulman
- Der Augenzeuge 1959/B 48 (1959) - Person, primär
- KOGDA NATSCHINAJETSJA JUNOSTJ / Stürmischer Frühling (1959) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Anatoli Slesarenko
- MSTITEL / Die das Gesetz nicht schützt (1959) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Karel Stekly
- Reportage 57 (1959) - Darsteller | Regie: János Veiczi
- Verwirrung der Liebe (1959) - Darsteller | Regie: Slatan Dudow
- Fünf Tage - Fünf Nächte (1960) - Darsteller | Regie: Lew Arnstam, Heinz Thiel, Anatoli Golowanow
- Septemberliebe (1960) - Darsteller | Regie: Kurt Maetzig
- Guten Tag, lieber Tag (1961) - Darsteller | Regie: Gerhard Klingenberg
- QUI ETES-VOUS, MONSIEUR SORGE?/LA SPIA DEL SECOLO/SUPAI SORGE - SHINJUWAN ZENYA / Wer sind sie, Dr. Sorge? (1961) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Yves Ciampi
- Königskinder (1962) - Darsteller | Regie: Frank Beyer
- MATHIAS SANDORF / Mathias Sandorf (1962) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Georges Lampin
- SIBIRSKA LEDI MAGBET / Tödliche Leidenschaft (1962) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Andrzej Wajda
- Das zweite Gleis (1962) - Darsteller | Regie: Joachim (auch: Hans-Joachim) Kunert
- NE PLACI, PETRE / Nicht weinen, Peter (1964) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: France Stiglic
- ... nichts als Sünde (1965) - Darsteller, Musikinterpret | Regie: Hanuš (auch: Hans) Burger
- Bonjour, Paris (1965) - Sprecher | Regie: Heinz Fischer
- FARAON / Pharao (1965) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Jerzy Kawalerowicz
- LADY L. / Lady L. (1965) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Peter Ustinov
- Mörder auf Urlaub (1965) - Darsteller | Regie: Bosko Boskovic
- SNESHNAJA KOROLEWA / Die Schneekönigin (1966) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Gennadi Sergejewitsch Kasanski
- Abschied (1968) - Darsteller | Regie: Egon Günther
- Mit mir nicht, Madam! (1968) - Darsteller | Regie: Roland Oehme, Lothar Warneke
- Mord am Montag (1968) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Hans Kratzert
- PAN WOLODYJOWSKI / Leben, Liebe und Tod des Obersten Wolodyjowski (1968) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Jerzy Hoffman
- Spur des Falken (1968) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Gottfried Kolditz
- He Du! (1969) - Darsteller | Regie: Rolf Römer (auch: Rolf Specht)
- Tödlicher Irrtum (1969) - Darsteller | Regie: Konrad Petzold
- HAIDUCII LUI SAPTECAI / Heiduckenabenteuer - Der Kopfpreis (1970) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Dinu Cocea
- Spaß im Schloß (1970) - Sprecher | Regie: Uwe Belz
- DZIECIOL / Der Specht (1971) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Jerzy Gruza
- A SORI SDES TICHIJE / Im Morgengrauen ist es noch still (1972) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Stanislaw Rostozki
- Amboss oder Hammer sein (1972) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Christo Christow, Bodo Schmidt, Iwan Kyrilow
- DDR-Magazin 1972/24 (1972) - Person, primär | Regie: Hans Müller
- Tecumseh (1972) - Darsteller | Regie: Hans Kratzert
- GODZINA SZCZYTU / Auf dem Gipfel des Ruhms (1973) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Jerzy Stefan Stawinski
- Hostess (1975) - Darsteller | Regie: Rolf Römer (auch: Rolf Specht)
- Wenn der Mensch leben will ... (1975 - 1976) - Darsteller | Regie: Rolf Hofmann, Klaus Schollbach
- Brandstellen (1977) - Darsteller | Regie: Horst E. Brandt
- Das gestörte Fest (1977) - Sprecher | Regie: Hans-Ulrich Wiemer
- Heimlichkeiten (1977 - 1978) - Sprecher | Regie: Hans-Ulrich Wiemer
- Jeder singt auf seine Weise (1977 - 1978) - Sprecher | Regie: Hans-Ulrich Wiemer
- Kasper geht nach Hohenstein (1977) - Sprecher | Regie: Klaus Georgi
- Manzipanzi (1978) - Sprecher | Regie: Hans-Ulrich Wiemer
- Die Toten schweigen nicht (1978) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Gerhard Scheumann, Walter Heynowski
- ZMORY / Gespenster (1978) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Wojciech Marczewski
- Der Baulöwe (1979) - Darsteller | Regie: Georgi Kissimov
- PANNY Z WILKA / Die Mädchen vom Wilkohof (1979) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Andrzej Wajda
- JUNOST PJOTERA; W NATSCHALE SLAWNYCH DEL / Peters Jugend (1981) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Sergej Appolinarijewitsch Gerassimow
- Auf dem Sprung (1984) - Darsteller | Regie: Evelyn Schmidt (geb. Rauer)
- PERINBABA / Frau Holle (1985) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Juraj Jakubisko
- Die Suche nach dem goldenen Vlies (1985) - Sprecher | Regie: Rolf Hofmann
- Eine Zauberhafte Erbschaft; Čarovné dědictví / Eine Zauberhafte Erbschaft (1985) - Synchronisation (Sprecher) | Regie: Zdenĕk Zelenka, Michael Kann
- Tolpatsch (1988 - 1989) - Sprecher | Regie: Jörg d'Bomba
- Zeitzeugengespräch: Annekathrin Bürger. Langfassung (2001) - Person, primär | Regie: Michael Hanisch
Eine erweiterte Filmografie können Sie unter filmportal.de einsehen.