Filmstill zu "Mein lieber Robinson"

DEFA-Chronik für das Jahr 1946

 

Januar 1946

Das Filmaktiv wird offiziell nach bürgerlichem Recht als in die Zentralverwaltung für Volksbildung eingegliederte Gesellschaft eingetragen und erhält den Auftrag, „eine deutsche Filmindustrie im Bereich der SBZ ins Leben zu rufen“. Es bezieht Räumlichkeiten in dem stark zerstörten, ehemaligen Ufa-Verwaltungsgebäude in Berlin am Dönhoffplatz, Krausenstraße 38/39. Nach dem Tod von Carl Haacker besteht das Filmaktiv aus den Mitgliedern Alfred Lindemann, Kurt Maetzig, Adolf Fischer, Willy Schiller und Hans Klering.
(Christiane Mückenberger: Zeit der Hoffnungen 1946-1949 In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 12f)

Im Frühjahr 1946 kommt Karl Hans Bergmann als neues Mitglied des Filmaktivs hinzu.
(Karl Hans Bergmann: Der Schlaf vor dem Erwachen, DEFA-Stiftung 2. bearb. Auflage 2004, S. 329; Anmerkung: In „Spur der Filme - Zeitzeugen über die DEFA“ schreibt Bergmann, dass er seit Januar 1946 Mitglied war. Der Ausweis für die SMAD in „Der Schlaf vor dem Erwachen“, S. 329, weist Ende März aus. Aufgrund der unterschiedlichen Angaben wird hier von Frühjahr 1946 gesprochen.

Alfred Lindemann ist Leiter und Produktionschef, Karl Hans Bergmann sein erster Vertreter und verantwortlich für Wirtschaft und Verwaltung, Kurt Maetzig für die Wochenschau und Willi Schiller für technische Fragen. Hans Klering ist, da er perfekt russisch spricht, Verbindungsmann zu den sowjetischen Dienststellen und verantwortlich für die politische und künstlerische Arbeit des Filmaktivs.
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 44)

1. Januar

Wolfgang Staudte beginnt mit dokumentarischen Aufnahmen in den U-Bahn-Tunneln an der Berliner Friedrichstraße, die auf Befehl Hitlers in den letzten Kriegstagen teilweise geflutet wurden. Die Kamera verantwortet Reimar Kuntze. Die Aufnahmen sind für den Film KOLONNE STRUPP gedacht, der nicht realisiert wird.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 15)

2. Januar

Die Presseabteilung des „Filmaktivs“ wird gegründet, die Leitung übernimmt Dr. Marion Keller. In den folgenden Wochen etablieren sich auch eine künstlerisch-dramaturgische Abteilung, die Wirtschaftsabteilung, die technische Abteilung, die Wochenschau-Abteilung und die Kulturfilm-Abteilung.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 16)

15. Januar

Erster Drehtag der Wochenschau „Der Augenzeuge“ beim Boxkampf „Eder - Przybilski“ im Friedrichstadtpalast Berlin.
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 37)

Der AUGENZEUGE wird von Dr. Kurt Maetzig geleitet. Zu seinen 19 Mitarbeitern gehören die Physikerin und Filmchemie-Fachfrau Dr. Marion Keller (die der Wochenschau den Namen „Der Augenzeuge“ gibt), der Produktionsleiter Richard Brandt, die Kameramänner Heinz Jaworsky und Erich Nitzschmann sowie die Chef-Cutterin Ella Ensink und der Aufnahmeleiter Max Jaap.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 16; Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 201ff)

Es ist die erste und für lange Jahre die einzige Wochenschau, die von Deutschen für Deutsche gemacht wird.
(Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 218)

Februar 1946

Die Filmfabrik Wolfen (ehemals Agfa-Wolfen des IG Farben Konzerns) nimmt die Produktion von Agfacolor-Film, Kinofilm (s/w) und Schmalfilm auf. (Das Territorium der Filmfabrik war am 1. Juli 1945 von den US-amerikanischen Besatzungstruppen an die sowjetische Militärverwaltung übergeben worden).
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil I, S. 31)

3.-5. Februar

Die erste Zentrale Kulturtagung der KPD findet unter Teilnahme von Delegierten aus allen Besatzungszonen in Berlin statt. Anton Ackermann spricht über „Unsere kulturpolitische Sendung“, Wilhelm Pieck zum Thema „Um die Erneuerung der deutschen Kultur“ und Hans Klering zu „Der neue deutsche Film“.
(Neuer Weg, Berlin 1946; DEFA-Betriebsgeschichte 1981 , Teil 1, S. 43; Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945-1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 101-143)

Der Augenzeuge berichtet: Anton Ackermann spricht auf der ersten Zentralen Kulturtagung der KPD.

19. Februar

Die erste Ausgabe der Wochenschau „Der Augenzeuge“ (Leitung: Dr. Kurt Maetzig, Chefredaktion: Marion Keller), kommt mit einer Länge von 21 Minuten und 10 Kopien in die Berliner Kinos.

„Der Augenzeuge“ läuft nach alliierten Regelungen nur in der sowjetischen Besatzungszone in 1600 Kinos und erreicht wöchentlich 4 Millionen Zuschauer. Er erscheint zunächst monatlich, ab Nr. 3 zweiwöchentlich und ab Nr. 13 (August 1946) bis 1956 wöchentlich. 1957 bis 1960 zweimal wöchentlich. Die Ausgaben 13/1946 bis 34/1949 stehen unter dem von Kurt Maetzig kreierten Motto: „Sie sehen selbst – Sie hören selbst – Urteilen Sie selbst“.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 179)

März 1946

Filmplakat zu "Irgendwo in Berlin"

IRGENDWO IN BERLIN

(R: Gerhard Lamprecht, 1946) Grafiker: René Ahrlé

Im März 1946 beginnen in Berlin, in den Johannisthaler Ateliers der ehemaligen Tobis, die neben dem Gebäude für Synchronisation mit der Halle B noch vier kleine Ateliers mit intakter Tonapparat besitzt, die Dreharbeiten zu IRGENDWO IN BERLIN (R: Gerhard Lamprecht). Bis 1961 werden in Johannistal circa 50 Spielfilme, darunter EHE IM SCHATTEN (R: Kurt Maetzig, 1947), AFFAIRE BLUM (R: Erich Engel, 1948), DER KAHN DER FRÖHLICHEN LEUTE (R: Hans Heinrich, 1949), SIE NANNTEN IHN AMIGO (R: Heiner Carow, 1958), DER SCHWEIGENDE STERN (R: Kurt Maetzig, 1959) komplett oder teilweise gedreht.
(Wissen Sie’s noch? Filme aus Berlin-Johannisthal. Wolfgang May und Harry Mehner im Gespräch mit René Pikarski: In: Leuchtkraft 2019. Journal der DEFA-Stiftung Berlin)

15. März / 16. März

Abschluss eines Drehbuchvertrages für den Film DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (R: Wolfgang Staudte, 1946).
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 48)

Mai 1946

Filmpalakt zu "Die Mörder sind unter uns"

DIE MÖRDER SIND UNTER UNS

(R: Wolfgang Staudte, 1946) Grafiker: René Ahrle

1. Mai

Premiere des ersten DEFA-Dokumentarfilms EINHEIT SPD - KPD (R: Kurt Maetzig , Assistenzregie: Max Jaap). Der Film verfolgt den Prozess der Vereinigung der zwei Parteien in den Monaten März und April 1946 an fünf verschiedenen Orten mit zehn Drehstäben. Anschließend läuft die Produktion mit 250 Kopien als Vorfilm in die Kinos Berlins und der SBZ.
(Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 243ff; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 18)

4. Mai

Die erste Klappe für den ersten deutschen Nachkriegsspielfilm DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (R: Wolfgang Staudte, 1946) fällt noch vor Gründung der DEFA auf dem Stettiner Bahnhof.
(ND, Berlin, 5. Mai 1946, S.1; DER AUGENZEUGE 1946/08)

Im Folgenden wird dieser und weitere Spielfilme wie DIE BUNTKARIERTEN (R: Kurt Maetzig, 1949), DER RAT DER GÖTTER (R: Kurt Maetzig, 1950) und andere bis 1952 im ehemaligen Althoff-Atelier, Nowawes 116-118 in Potsdam-Babelsberg gedreht, das den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat und nicht unter die Verwaltung der SMAD fällt.
(Christiane Mückenberger: Zeit der Hoffnungen 1946-1949 In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 14; Berliner Film-Ateliers: Althoff-Atelier (cinegraph.de)  Abruf 3. November 2022)

17. Mai

Gründungsfeier der DEFA mit 300 geladenen Gästen in der großen Halle der Althoff-Studios Babelsberg.

Oberst Tulpanow von der SMAD übergibt die Lizenz zur Herstellung von Filmen aller Art an das „Filmaktiv“, das jetzt unter dem Namen „DEFA - Deutsche Filmgesellschaft in Gründung“ firmiert. Die Mitglieder (bis auf Adolf Fischer, der durch Karl Hans Bergmann ersetzt wird) bilden jetzt die Leitung des Unternehmens:

  • Alfred Lindemann – Gesamtleitung und Produktionschef
  • Hans Klering – Künstlerische Leitung
  • Karl Hans Bergmann – Wirtschafts- und Personalabteilung
  • Kurt Maetzig – Leitung der Wochenschau und Regisseur
  • Willy Schiller – Chefarchitekt

Zusätzlich wird Slatan Dudow als künstlerischer Beirat benannt.
(Christiane Mückenberger: Zeit der Hoffnungen 1946-1949 In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 14)

Der Augenzeuge informiert über die Gründung der DEFA.

Das Logo, schwarzes DE auf weißem und weißes FA auf schwarzem Filmbildhintergrund entwirft Hans Klering, die Kurzform „DEFA“ für den Firmennamen findet Adolf Fischer.
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 44f)

Die von Oberst Tulpanow übergebene Lizenzurkunde verschwand kurze Zeit nach der Übergabe. Bis heute findet sich kein weiteres Exemplar. Lange Zeit hielt sich in der DEFA das Gerücht, dass es aus Zeitgründen nur ein inhaltsleeres Blatt gegeben habe. Albert Wilkening fand circa 1980 einen Rollfilm der Gründungsfeier mit Foto von Hans Klering und Alfred Lindemann mit der zweisprachigen Lizenz vom 16. Mai 1946.

Dieses Foto befindet sich heute im Bundesarchiv; eine Kopie in der DEFA-Stiftung. Der anhand des Fotos nur schwer zu entzifferende Text der Lizenz lautet: „Die Propagandaleitung der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland genehmigt ab 19. Mai 1946 der Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands die Gründung einer Aktienfilmgesellschaft 'DEFA' zur Herstellung von künstlerischen, Dokumentar- und Kulturfilmen. Alle geplanten Filmaufnahmen [oder Filmvorhaben?] , Drehbücher und sonstigen [?] Filme bedürfen der Genehmigung der Propagandaleitung der Sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland. Unterschrift: Chef der Propagandaleitung der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland. Oberst Tulpanow.“
(BArch, FilmSG 2/ vorl. 001-18; DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 57f; Christiane Mückenberger: Zeit der Hoffnungen 1946-1949 In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 11 [Foto Klering/Lindemann ; Bildunterschrift: Hans Klering (links) erhält die Lizenzurkunde]; Karl Hans Bergmann: Der Schlaf vor dem Erwachen, DEFA-Stiftung 2. bearb. Auflage 2004 S. 330ff; Ingrid Poss/ Peter Warnecke: Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA. Ch. Links Verlag, Berlin. 2. Auflage 2006, S. 40)

Juni 1946

1. Juni

Zwischen der DEFA und der ehemaligen Boehner-Film Dresden, Kesselsdorfer Straße 20, wird ein Pachtvertrag abgeschlossen. Diese „DEFA-Produktion Sachsen“ mit 80 Mitarbeitern produziert Wochenschau-Sujets, Dokumentar-, Kultur-, Werbe- und Auftragsfilme.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 21)

Juli 1946

„Der Augenzeuge“, der von anfänglich 19, nun aus 54 Mitarbeitern besteht, zieht aus den Kellerräumen der DEFA-Zentrale Berlin-Mitte, Krausenstraße 38/39, in sein erstes eigenes Domizil: Berlin, Hankestraße 3.
(Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 212)

4. Juli

Der Zentrale Kulturausschuss der SED wird in Berlin gegründet. Vorsitzende sind Josef Naas und Richard Weimann. Kurt Maetzig und Hans Klering vertreten das Gebiet des Films in diesem Gremium. Es hat keine Zensurfunktion.
(Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945-1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 165; ND, Berlin, 10. Juli 1946)

15. Juli

Die „DEFA-Produktion Sachsen-Anhalt“ nimmt in Halle, Kohlschütterstraße 6, ihre Arbeit auf. Sie wird am 30. Juni 1952 wieder aufgelöst.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 21)

Der „Augenzeuge“ eröffnet von Nr. 12/46 bis 137/48 jede Wochenschau mit dem sehr populären Kindersuchdienst „Kinder suchen ihre Eltern“. Über 400 Kinder und ihre Eltern bringt der Suchdienst wieder zusammen. Die SMAD sieht „Kinder suchen ihre Eltern“ zunehmend kritisch.
(Marion Keller: Erlebnisse und Einsichten bei den ersten zweihundert Augenzeugen. In: Zeitschrift Film und Fernsehen. Nr. 2. Berlin 1992; Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 223)

Im Augenzeugen 1946/12 suchen erstmals Kinder nach ihren Eltern.

August 1946

Alfred Lindemann gibt einen Überblick über die schon erreichten Ergebnisse der DEFA. Neben den Spielfilmen wurden weitere 12 Kulturfilme, 6 Werbe - und 21 Lehrfilme produziert. Die DEFA beschäftigt zurzeit 772 Mitarbeiter, darunter 12 Regisseure, 21 Kameramänner und 12 Produktionsleiter. Weniger erfreulich ist die geschäftliche Bilanz.
(ND, Berlin, 10. August 1946, S. 3)

13. August

Am 13. August 1946 erfolgt die Eintragung der Deutschen Film GmbH ins Handelsregister in Berlin-Mitte. Sitz der Firma: Berlin SW 68, Krausenstraße 38/39. Gesellschafter sind Lindemann, Bergmann, Volkmann. Das Stammkapital beträgt 21.000 RM. Alfred Lindemann und Karl Hans Bergmann werden als Geschäftsführer eingesetzt, Hans Klering wird zum Prokuristen berufen.
(DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 44-45, 61; Tägliche Rundschau Nr. 114, 18. Mai 1946; Christiane Mückenberger: Zeit der Hoffnungen 1946-1949 In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 24; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 21; vgl. Notar Karl Kriegbaum, Nr. 269 Jahr 1946 der Urkundenrolle [BArch, DR 2/8255] In: Günter Jordan:  Film in der DDR; Abruf 18. Januar 2023)

September 1946

4. September 1946 - Ende Dezember 1947

Entnazifizierung der Kulturschaffenden.

Eidesstattliche Versicherungen, Ausweise der Verfolgten des Naziregimes, zuverlässige Zeugen aus dem Bereich des Films sind Grundlagen der Weiterbeschäftigung im Filmbereich. Die Entscheidungen fallen in eigener Verantwortung der Arbeitgeber, in unklaren Fällen durch die Kammer der Kunstschaffenden in der Schlüterstraße in Berlin.
(ND, Berlin, 27. Januar 1948, S. 3; DEFA-Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 25-26)

Oktober 1946

14. Oktober

Premiere des ersten deutschen Nachkriegsspielfilms DIE MÖRDER SIND UNTER UNS (R: Wolfgang Staudte) über die Mitwirkung von Wehrmachtsangehörigen an Kriegsverbrechen. Die Hauptrollen übernehmen Hildegard Knef und Ernst Wilhelm Borchert.
(ND, Berlin, 17. Oktober 1946, S. 3; DEFA-Spielfilme 1946-1964, Filmografie, Hrsg.: Staatliches Filmarchiv der DDR; Ralf Schenk: DEFA 1946-1992. 100 Jahre Studio Babelsberg. Filmmuseum Potsdam 2012)

15.-17.Oktober

In Berliner Lichtspielhäusern finden Volksfilmtage der SED statt. Es werden politisch unbedenkliche Unterhaltungsfilme gezeigt, die vor 1945 gedreht wurden.
(ND, Berlin, 12. Oktober 1946, S. 3)

18. Oktober

Premiere des DEFA-Spielfilms FREIES LAND (R: Milo Harbich). Ein didaktischer, in die gesellschaftlichen Vorgänge eingreifender Report über die Bodenreform.
(ND, Berlin, 14. November 1946, S. 3; DEFA-Spielfilme 1946-1964, Filmografie, Hrsg.: Staatliches Filmarchiv der DDR; Ralf Schenk: DEFA 1946-1992. 100 Jahre Studio Babelsberg. Filmmuseum Potsdam 2012)

31. Oktober

Die Deutsche Film-Verlag GmbH als Tochter der DEFA wird unter Nr. 105 der SMAD lizensiert. Sie druckt Filmpostkarten, Filmprogrammhefte und ab 1947 die 32 Seiten umfassende Filmzeitschrift „Neue Film-Welt“.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 23)

Dezember 1946

18. Dezember

Premiere des DEFA-Spielfilms IRGENDWO IN BERLIN (R: Gerhard Lamprecht). Es ist der erste Film, der von Kinder-Schicksalen in der Nachkriegszeit erzählt. Lamprecht drehte bereits 1931 den Kinderfilm-Klassiker EMIL UND DIE DETEKTIVE. Eine der Kinder-Hauptrollen übernahm der spätere Schauspieler Charles Brauer (geb. Knetschke).
(ND, Berlin, 19. Dezember 1946, S. 3; DEFA-Spielfilme 1946-1964, Filmografie, Hrsg.: Staatliches Filmarchiv der DDR; Ulrike Odenwald: Aufbruch zur Kontinuität In: apropros Film 2001, Jahrbuch der DEFA-Stiftung, Berlin, S. 299; Ralf Schenk: DEFA 1946-1992. 100 Jahre Studio Babelsberg. Filmmuseum Potsdam 2012)

ohne Datum

Der erste Dokumentarfilm und für lange Zeit einzige deutsche Film über das nazistische Terrorregime TODESLAGER SACHSENHAUSEN (R: Richard Brandt) wird im Auftrag der SMAD gedreht. Gezeigt wird u.a. die Vernehmung eines SS-Aufsehers durch sowjetische Offiziere. Minutiös erklärt dieser die Praxis der Vernehmung und Vernichtung im KZ Sachsenhausen.
(Christiane Mückenberger/Günter Jordan: „Sie sehen selbst, Sie hören selbst..“ Die DEFA von ihren Anfängen bis 1949. Marburg, Hitzeroth 1994, S. 245f)

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