DEFA-Chronik für das Jahr 1982
Die Schauspielerin Jutta Hoffmann verlässt die DDR. Sie gehörte 1976 zum Kreis der Erstunterzeichner des Protestbriefes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, was ihre berufliche Situation in den Folgejahren massiv beeinträchtigte. Mehrere ihrer bedeutendsten Filme, darunter KARLA (R: Herrmann Zschoche, 1965), DAS VERSTECK (R: Frank Beyer, 1977) und GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT (R: Frank Beyer, 1978), werden verboten oder nur in einem sehr eingeschränkten Rahmen gezeigt. Nachdem auch der Regisseur Egon Günther, mit dem sie eine enge und produktive Arbeitsbeziehung bei Filmen wie DER DRITTE (1971) oder DIE SCHLÜSSEL (1973) verband, bereits in den Westen gewechselt ist, bleiben anspruchsvolle Rollenangebote der DEFA aus. In der Bundesrepublik schlägt sie eine neue Laufbahn ein: Sie übernimmt eine Professur an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg und setzt ihre Arbeit am Theater fort.
(Knut Elstermann: Jutta Hoffmann In: Im Gespräch. BeBra-Verlag, 2025, S. 120-130; Biographische Angaben aus dem Handbuch Wer war wer in der DDR? Ch. Links Verlag, Abruf: 18. August 2024)
1982
Im Jahr 1982 nehmen Regisseure, Kameraleute sowie Schauspielerinnen und Schauspieler der DEFA unter anderem an folgenden Premieren-Filmwochen im Ausland teil:
- im Januar in Mexiko-Stadt (Mexiko) an einer DDR-Filmwoche mit Dokumentar-, Kurz- und Spielfilmen
- im Februar in Madrid und Barcelona an der 1. Filmwoche der DDR in Spanien
- im April in London (Großbritannien) an einer DDR-Filmwoche im Londoner National Film Theatre. Gezeigt werden Filme aus den Jahrem 1976 bis 1980, deren Aufführung zugleich als Ehrung für Konrad Wolf gedacht sind.
- im Mai in Athen an der 1. DDR-Filmwoche in Griechenland, die mit MAMA, ICH LEBE eröffnet wird.
- im Oktober in Kabul (Afghanistan) an einer DDR-Filmwoche
- im November in Canberra an den 1. DDR-Filmtagen in Australien
- im November in Manila an den erstmaligen DDR - Filmtagen auf den Philippinen
Spiegelbildlich dazu finden Filmwochen anderer Länder in der DDR statt. Darüber hinaus nehmen DEFA-Filmschaffende international an zahlreichen weiteren Filmwochen und Festivals teil.
(Berliner Zeitung, 27. Januar 1982, S. 7; ND, 3. Februar 1982, S. 2; ND, 10. April 1982, S. 4; Filmspiegel, 9/1982, S. 2; ND, 5. Mai 1982, S. 4; Neue Zeit, 21. Oktober 1982, S. 4; Filmspiegel, 21/1982, S. 2; Filmspiegel, 24/1982, S. 2)
Januar 1982
23. Januar
Auf Initiative Konrad Wolfs findet im Großen Saal der Akademie der Künste vor 500 Gästen die erste Veranstaltung der Reihe „Der erste Film“ statt. Entgegen der selektiven Auswahl durch den Rektor der HFF, Konrad Schwalbe, gelangen sämtliche Diplomfilme des Jahrgangs zur Aufführung – einschließlich umstrittener Arbeiten sowie des verbotenen Dokumentarfilms „Johanna Just“ von Hans Wintgens. Die Eröffnungsrede hält der bereits schwer erkrankte Regisseur und Akademie-Präsident Konrad Wolf. Die Werkschau wird als jährliches Format etabliert.
(Filmspiegel, 6/1982, S. 8-9; Sonntag, 6/1982, S. 5)
Februar 1982
18. Februar
Im Berliner Kino „International“ feiert der DEFA-Spielfilm DIE BEUNRUHIGUNG (R: Lothar Warneke) Premiere. Das nach einem Szenarium von Helga Schubert realisierte Werk entstand mit geringem Budget in Schwarz-Weiß an Originalschauplätzen. Mit hoher Sensibilität folgt die Kamera von Thomas Plenert der Protagonistin (verkörpert von Christine Schorn), die nach der Diagnose Brustkrebs ihr Leben, ihre Beziehungen und ihre Erwartungen neu ordnet.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 16; Filmspiegel, 25/1982, S. 14, 12/1983, S. 9; Film und Fernsehen, 3/1982 , S. 25-26, Podium und Werkstatt der VFF, 12/1982, S. 120-130; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 268, 273; Lothar Bisky: Lothar Warneke zum 65. Geburtstag. In: apropros: Film 2002. Das Jahrbuch der DEFA-Stiftung. Berlin 2002, S. 50ff)
25. Februar
Der Spielfilmregisseur Siegfried Kühn erklärt schriftlich seinen Austritt aus der SED. Unmittelbarer Auslöser ist der politisch motivierte Abbruch seines Filmprojekts „Schwarz, Weiß und Farbe“ nur eine Woche vor Drehbeginn. Das Werk sollte den Konflikt eines Fotografen mit der geschönten Berichterstattung beim Bau des Kernkraftwerks Greifswald thematisieren. In seiner Begründung kritisiert Kühn die fehlende Partnerschaft seitens der Partei und die systematische Behinderung seiner Arbeit durch die Studioleitung.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 217)
März 1982
7. März
Im Alter von nur 56 Jahren stirbt Konrad Wolf (1925–1982), profiliertester Regisseur des DEFA-Studios für Spielfilme und seit 1965 Präsident der Akademie der Künste der DDR. Von der Partei- und Staatsführung aufgrund seiner Biografie geschätzt, von Kollegen wegen seiner künstlerischen Kraft und menschlichen Integrität geachtet, gilt Wolf als zentrale Hoffnung für alle, die an die Reformierbarkeit des Sozialismus glauben. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen STERNE (1959), ICH WAR NEUNZEHN (1967), GOYA (1971) und SOLO SUNNY (1979). 1985 erhält die Hochschule für Film und Fernsehen (heute Filmuniversität Babelsberg) seinen Namen.
(Filmspiegel, 6/1982, S. 14-15; Film und Fernsehen, 4/1986, S. 12-18; BFF, 3/1985, 4/1985, S. 36-47; Film A-Z: Taschenbuch der Künste, Berlin, 1984, S. 343-344; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 266)
11. März
Die Heinrich-Greif-Preise des Jahres 1982 werden vergeben.
- I. Klasse: An das Schöpferkollektiv des Kinderfilms ALS UNKU EDES FREUNDIN WAR um Regisseur Helmut Dziuba, Autor Hans-Albert Pederzani, Kameramann Helmut Bergmann und Szenenbildner Harry Leupold für die künstlerisch überzeugende Gestaltung des Films.
- III. Klasse: An ein Kollektiv des Studios für Dokumentarfilme um Regisseur Günter Meyer und Kameramann Michael Lösche für langjährige erfolgreiche Regie- und Kameraarbeit auf dem Gebiet des Kinderfilms;
- III. Klasse: An die Dramaturgin Anne Pfeuffer für ihr Gesamtschaffen.
(ND, 12. März 1982, S. 1)
29. März
István Szabós Spielfilm MEPHISTO, eine deutsch-ungarische Koproduktion von Manfred Durniok, gewinnt den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Der DDR-Schauspieler Rolf Hoppe erlangt durch seine Darstellung des „Ministerpräsidenten“ internationale Bekanntheit. Er verkörpert diesen Repräsentanten des Nationalsozialismus als vielschichtigen Gegenpart zum Mitläufer Höfgen: einerseits kulturinteressiert und leutselig, andererseits mit brutaler Machtfülle ausgestattet.
Bereits im Jahr 1981 wird die Produktion bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch sowie dem Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Die Fernsehausstrahlung erfolgt im geteilten Deutschland fast zeitgleich im Januar 1983: Am Neujahrstag zeigt das Fernsehen der DDR den Film zum ersten Mal, während die ARD in der Bundesrepublik am 30. Januar folgt.
April 1982
6. April
Uraufführung für Günter Rätz’ abendfüllenden Puppentrickfilm DIE FLIEGENDE WINDMÜHLE. Seit 1976 arbeitete Rätz an diesem bis dahin ehrgeizigsten Projekt, in dem er eine ironische Science-Fiction-Fabel mit Musicalelementen verknüpft. Die überbordende Farb- und Formgebung, rasante Handlungsumschwünge und der virtuose Umgang mit den Drahtpuppen machen das Werk zum Publikumsliebling. Der Film wird beim Kinderfilmfestival „Goldener Spatz“ in Gera sowie beim Kinderfilmfestival in Wien mit Preisen ausgezeichnet.
(Volker Petzold (Hg.): Von der Hand zur Puppe. Ein Leben für den Animationsfilm. Im Gespräch mit Günter Rätz, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2022)
21. April
Auf dem 2. Nationalen Spielfilmfestival der DDR in Karl-Marx-Stadt feiert Roland Gräfs Verfilmung von Günter de Bruyns Erzählung MÄRKISCHE FORSCHUNGEN Premiere. Im Zentrum des Films steht der Kampf um die historische Wahrheit: Die Auseinandersetzung zwischen einem eigenwilligen Amateurforscher und einem renommierten, systemkonformen Historiker über den Dichter Max von Schwedenow gerät zur Parabel über Macht und Manipulation. Fakten werden unterschlagen, Mitarbeiter korrumpiert und Kontrahenten diffamiert, sobald das offizielle Narrativ gefährdet ist. Die als brillante Zeitsatire gelobte Produktion wird mehrfach ausgezeichnet und erhält zudem den Kritikerpreis als bester DEFA-Spielfilm des Jahres 1982.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 23; Informationsbulletin der VFF, Sonderheft, 1983, S. 1-3; Film und Fernsehen, 5/1982, S. 17-18; Podium und Werkstatt der VFF, 12/1982, S. 131-141; Filmspiegel, 12/1983, S. 7; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 285f; Märkische Forschungen. In: Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hrsg): Die Spur der Filme, Zeitzeugen über die DEFA, Ch. Links Verlag, Berlin 2. Auflage 2006, S. 376-378; Mario Keller: „Immer im Kreis rum!“ - Film in der DDR zur Zeit kulturpolitischer Engführung Jadup und Boel und andere DEFA-Gegenwartsspielfilme der frühen achtziger Jahre. Diplomarbeit. Universität Wien 2013, S. 115-117)
Mai 1982
5. Mai
Der Dokumentarfilmregisseur Jürgen Böttcher, als Maler unter dem Namen Strawalde bekannt, vereint in dem Experimentalfilm-Triptychon POTTERS STIER, VENUS NACH GIORGIONE und FRAU AM KLAVICHORD seine beiden künstlerischen Talente. Im Berliner Filmtheater Babylon erfolgt die Uraufführung dieser Werke, in denen Böttcher Postkartenreproduktionen berühmter Gemälde durch vielfache Übermalungen in groteske Metamorphosen verwandelt. Die bereits 1981 fertiggestellte Trilogie markiert eine radikale filmische Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 39, 47, 50; Filmspiegel, 14/1982, S. 24; Neue Zeit, 6. Mai 1982, S. 4)
14. Mai
Nach seiner Premiere auf dem Nationalen Spielfilmfestival kommt der DEFA-Spielfilm DEIN UNBEKANNTER BRUDER (Regie: Ulrich Weiß, Szenarium: Wolfgang Trampe) in die Kinos. Das frei nach dem Roman von Willi Bredel gestaltete Werk thematisiert den antifaschistischen Widerstandskampf, wobei die Figur des Verräters in den eigenen Reihen ebenso intensiv ausgeleuchtet wird wie die der Opfer. Gegen diese differenzierte Darstellung protestieren das Politbüro und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes vehement; die ältere Generation der Widerstandskämpfer befürchtet eine Beschädigung des ehrenden Gedenkens an den kommunistischen Widerstand. Obwohl der Film eine Einladung zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes erhält, verhindert eine staatliche Exportsperre letztlich den Festivalauftritt im Ausland.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 17f; BFF, 3/1982, S. 117-128; Film und Fernsehen, 8/1982, S. 14-15; Filmspiegel, 12/1982, S. 14; Aus Theorie und Praxis des Films, 1/1986, S. 68-87; Podium und Werkstatt des VFF, 12/1982, S. 26-58; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 218f; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 269, 286f, Philip Zengel: DEFA-Film des Monats: Dein unbekannter Bruder, Juni 2025)
Juni 1982
15. Juni
Während der Arbeiten an einem neuen Film stirbt der Regisseur Gottfried Kolditz im Alter von 59 Jahren in Jugoslawien. Seit einem Vierteljahrhundert im DEFA-Studio für Spielfilme tätig, widmet er sich vorrangig dem unterhaltenden Genre und realisiert rund zwanzig Produktionen. Sein vielseitiges Werk umfasst Indianerfilme, Märchen, Komödien, Musicals und Science-Fiction-Filme. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen REVUE UM MITTERNACHT (1962), FRAU HOLLE (1963), GELIEBTE WEISSE MAUS (1964), SPUR DES FALKEN (1968) sowie SIGNALE – EIN WELTRAUMABENTEUER (1970).
(Filmspiegel, 14/1982, S. 10-11; ND, 17. Juni 1982, S. 4; Berliner Zeitung, 18. Juni 1982, S. 7; BFF, 3/1983, S. 154-179; Ralf Schenk: Ein Mann für alle Filme. Gottfried Kolditz bei der DEFA 1955 bis 1982. In: Stefanie Mathilde Frank & Ralf Schenk (Hrsg.): Publikumspiraten. Das Genrekino der DEFA und seine Regisseure, Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin: 2022, S. 83–111)
Juli 1982
22. Juli
Mit dem DEFA-Spielfilm DAS FAHRRAD legt Evelyn Schmidt eine sozialkritische Studie vor, die die Schattenseiten der Emanzipation beleuchtet und einen weiblichen Gegenentwurf zu den Frauenporträts männlicher Regiekolllegen bildet. Die DDR-Presse weist den Film fast einhellig zurück. Als befremdlich gilt die Haltung der Protagonistin, einer ungelernten Alleinerziehenden, die ihre Arbeit als Bürde empfindet und sich durch Betrug aus der Überforderung zu befreien versucht. Da die Regisseurin als wenig vernetzt gilt, wird betriebsintern vermutet, dass ihr Werk als Bauernopfer nach den kulturpolitischen Restriktionen infolge des sogenannten Vaterbriefs dient.
Die Premiere findet unter Ausschluss einer breiten Öffentlichkeit im Berliner Kino Colloseum statt. Die Verleihpolitik ist restriktiv: Eine Bewerbung durch den Progress-Filmverleih unterbleibt, und der Film wird mit nur wenigen Kopien in Studiokinos abgedrängt. Einladungen zu Festivals nach Wien und London lehnt die HV Film mit Verweis auf die vermeintlich mangelhafte Qualität ab. Dennoch erfolgt ein Verkauf an das westdeutsche ZDF, das den Film 1985 ausstrahlt. Eine späte Rehabilitation erfährt DAS FAHRRAD erst 1988, als das Werk auf dem V. Kongress der Film- und Fernsehschaffenden als eine der konsequentesten Nachwuchsarbeiten gewürdigt wird.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 19f; Film und Fernsehen, 8/1982, S. 13-14; Filmspiegel, 16/1982, S. 14; Aus Theorie und Praxis des Films 1/1986, S. 17-28; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 269f; Das Fahrrad. In: Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hrsg): Die Spur der Filme, Zeitzeugen über die DEFA, Ch. Links Verlag, Berlin 2006, 2. Auflage, S. 382-389; Ralf Schenk: DEFA 1946-1992. 100 Jahre Studio Babelsberg. Filmmuseum Potsdam 2012, S.145)
August 1982
23. August
Der Kulturpolitiker Günter Klein verstirbt im Alter von 60 Jahren. Sein beruflicher Weg ist eng mit der Medienlandschaft der DDR verwoben: Von 1949 bis 1953 wirkt er als Chefredakteur der DEFA-Wochenschau DER AUGENZEUGE, bevor er bis 1960 die Leitung des DEFA-Studios für Wochenschau und Dokumentarfilme übernimmt. Nach seiner Zeit als stellvertretender Intendant des Deutschen Fernsehfunks von 1961 bis 1969 wechselt er in das Ministerium für Kultur. Dort fungiert er bis 1974 als Stellvertretender Minister und Leiter der Hauptverwaltung Film. In seinen letzten aktiven Jahren bis 1981 ist er als Stellvertretender Direktor der Auslandspresseagentur Panorama DDR tätig. Klein gehört zudem zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR.
(ND, 27. August 1982, S. 8; Bundesstiftung Aufarbeitung: Günter Klein , Abruf: 14 März 2025; Günter Klein. Staatliche Filmdokumentation. DDR 1978, Kurz-Dokumentarfilm)
September 1982
2. September
Der DEFA-Kinderfilm SABINE KLEIST, 7 JAHRE... von Regisseur Helmut Dziuba feiert Premiere. Die siebenjährige Sabine, die nach dem Unfalltod ihrer Eltern im Kinderheim lebt, fühlt sich ein zweites Mal verlassen, als ihre geliebte Erzieherin wegen einer Schwangerschaft den Dienst quittiert. Getragen von der eindringlichen Darstellung der jungen Petra Lämmel, entfaltet sich ein leises, zartes Werk über Trauer, Einsamkeit und die heilende Kraft der Freundschaft. Mit seinem Appell zu Achtsamkeit und behutsamem Miteinander findet der Film große Resonanz beim Publikum und in der Fachwelt. Die Produktion wird vielfach geehrt, unter anderem 1983 mit dem Goldenen Spatz in der Kategorie Spielfilm sowie dem Preis des CIFEJ auf der Berlinale 1983.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1982, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 22; Informationsbulletin der VFF, Sonderheft, 1983, S. 7-8; Film und Fernsehen, 11/1982, S. 45; Filmspiegel, 12/1983, S. 8; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 278)
15. – 17. September
In Berlin tritt der IV. Kongress des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden (VFF) zusammen. Während die Verbandsführung das gewachsene Vertrauen zwischen Filmemachern und Funktionären beschwört und zur Loyalität aufruft, bleibt die politische Lage im Osten – insbesondere die Gründung der unabhängigen polnischen Gewerkschaft Solidarnosc – unerwähnt. Stattdessen dominieren Themen wie der wirtschaftliche und atomare Konflikt mit dem Imperialismus die offizielle Rhetorik.
In diesem Klima stellt der Dokumentarist Gerhard Scheumann am 16. September in der Arbeitsgruppe 3 ein Diskussionspapier mit dem Titel „Dokumentarfilm im Spannungsfeld von Strategie und Taktik“ vor. Er übt darin deutliche Kritik an der Informationspolitik der SED. Mit Bezug auf seinen aktuellen Film KAMPUCHEA 2: DIE ANGKAR thematisiert er das Schweigen der DDR-Medien über die Verbrechen des Pol-Pot-Regimes in den Vorjahren. Er wirft offen die Frage auf, welche Vertrauenswürdigkeit den staatlichen Medien unter diesen Umständen noch zuerkannt werden kann.
Ein Protokoll der Abteilung Agitation des ZK der SED hält fest, dass Scheumanns Ausführungen bei etwa der Hälfte der Teilnehmer – vor allem bei Dokumentarfilmern und Studierenden – starken Beifall auslösen. Noch während der Tagung wird sein Beitrag scharf getadelt. Scheumann zieht sein Papier schließlich zurück, was eine Veröffentlichung im Tagungsmaterial verhindert. Dennoch folgen umgehende Disziplinarmaßnahmen gegen ihn.
(Filmspiegel, 8/1982, S. 12-13, 11/1982, S. 23-25, 17/1982, S. 12-13; Sonntag, 39/1982, S. 5; Informationsbulletin des VFF, Sonderheft, 1982 - Protokoll IV. Kongress des VFF; Gerhard Scheumann „Die Wirksamkeit von Film und Fernsehen in unserer Gesellschaft“ Erstveröffentlichung 1990 im Informationsbulletin des VVF, Januar 1990, S. 17-20; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 266f; Rüdiger Steinmetz & Tilo Prase: Dokumentarfilm zwischen Beweis und Pamphlet: Heynowski & Scheumann und Gruppe Katins. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig: 2002, S. 104-126; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 219ff; Frank Hörnigk: Das geteilte Leben des Gerhard Scheumann. Verlag für Berlin-Brandenburg 2017, S. 142-158)
24. September
Auf Anweisung von Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann wird das bis dahin eigenständige Studio H&S aufgelöst. Grundlage hierfür ist eine Einschätzung der SED-Funktionäre Joachim Herrmann und Ursula Ragwitz. Sie bewerten den 8-Punkte-Plan, den Gerhard Scheumann kurz zuvor auf dem Kongress der Film- und Fernsehschaffenden zur Diskussion gestellt hat, als eine der Parteilinie widersprechende politische Plattform. In der Folge verfügt der Stellvertretende Kulturminister Horst Pehnert die Wiedereingliederung des Studios in das VEB DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Die Nutzung des Kürzels H&S wird untersagt; das Team firmiert zunächst als Gruppe Kronenstraße, später als Werkstatt H&S.
Zwar wird keinem Mitarbeiter gekündigt, doch sämtliche Arbeitsverträge werden aufgelöst und zu den deutlich schlechteren Konditionen des Dokumentarfilmstudios neu gefasst. Für die Leitungsebene um Walter Heynowski und Gerhard Scheumann bedeutet dieser Schritt den Verlust massiver Privilegien: Einzelverträge, Sonderregelungen für Einkommen und Reisen sowie der Zugang zur medizinischen Versorgung im Regierungskrankenhaus werden gestrichen. Besonders gravierend wirkt der Entzug der finanziellen Autonomie. Verfügte H&S zuvor jährlich über 250.000 DM an Devisen – weit mehr als das Spielfilmstudio mit 40.000 DM oder das Dokumentarfilmstudio mit 140.000 DM –, untersteht die Valutaplanung nun der zentralen Studioleitung. Heynowski und Scheumann setzen ihre Zusammenarbeit zwar bis zum Ende der DDR fort, doch markiert dieser Bruch das Ende ihrer einflussreichsten Ära.
(Rüdiger Steinmetz & Tilo Prase: Dokumentarfilm zwischen Beweis und Pamphlet: Heynowski & Scheumann und Gruppe Katins. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig: 2002, S. 116-125; Frank Hörnigk: Das geteilte Leben des Gerhard Scheumann. Verlag für Berlin-Brandenburg 2017, S. 149, 152, 159)
29. September
Im Nachgang zu seiner Rede auf dem IV. Kongress des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden (VFF) wird Gerhard Scheumann von der Zentralen Parteileitung der DEFA zur Rechenschaft gezogen. In seiner Anwesenheit fällt die Parteiführung weitreichende Beschlüsse: Gegen Scheumann wird ein Parteiverfahren eingeleitet und er wird per Parteiauftrag zur absoluten öffentlichen Zurückhaltung verpflichtet. Offiziell aus Krankheitsgründen muss er vom Vorsitz der Jury der Leipziger Dokumentarfilmwoche zurücktreten; zudem wird ihm der Verzicht auf die Teilnahme an den Festivals in Neubrandenburg und Leipzig nahegelegt. Über den Inhalt dieser Gespräche vereinbaren beide Seiten Vertraulichkeit.
Am 6. Dezember 1982 folgt die offizielle Sanktion in Form einer „strengen Rüge wegen Verstoßes gegen die Einheit und Reinheit der Partei“. In der Folge besucht Scheumann die Internationale Dokumentarfilmwoche nie wieder. Trotz seiner politischen Maßregelung bleibt seine Bedeutung für den Sicherheitsapparat bestehen: Bereits im Januar 1983 wird er erneut um seine Mitarbeit als Inoffizieller Mitarbeiter des MfS gebeten, um Kontakte zu einem US-Diplomaten auf dem internationalen Parkett zu pflegen.
(Rüdiger Steinmetz & Tilo Prase: Dokumentarfilm zwischen Beweis und Pamphlet: Heynowski & Scheumann und Gruppe Katins. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig: 2002, S. 116-125; Frank Hörnigk: Das geteilte Leben des Gerhard Scheumann. Verlag für Berlin-Brandenburg 2017, S. 142-158)
Oktober 1982
6. Oktober
Die Nationalpreise für Kunst und Literatur des Jahres 1982 werden vergeben.
- II. Klasse: An den Regisseur des DEFA-Studios für Spielfilme Horst Seemann für seine beispielhaften Leistungen als Regisseur populärer DEFA- und Fernsehfilme.
- II. Klasse: An die Schauspielerin Helga Göring für ihr schauspielerisches Gesamtschaffen, insbesondere für die realistische Darstellung volkstümlicher Frauengestalten in Film und Fernsehen.
- II. Klasse: An den Schriftsteller Benito Wogatzki für sein schriftstellerisches Schaffen, das einen wichtigen Beitrag zur Bereicherung der sozialistischen Gegenwartskunst darstellt.
- III: Klasse: An die Regisseurinnen und Regisseure des DEFA-Studios für Trickfilme Katja Georgi, Klaus Georgi, Werner Krauße, Günter Rätz, Otto Sacher und Kurt Weiler für ihre Maßstäbe setzenden Leistungen bei der Entwicklung des Animationsfilms.
(ND, 6. Oktober 1982, S. 4; Informationsbulletin des VFF, November 1982, S. 11)
15. Oktober
Auf dem 5. Nationalen Festival für Dokumentar- und Kurzfilm der DDR in Neubrandenburg wird der Dokumentarfilm JUGENDWERKHOF (Regie: Roland Steiner) uraufgeführt. Steiner und sein Team dokumentieren den Alltag junger Menschen im Jugendwerkhof Hummelshain. Der Film thematisiert die Hintergründe der Einweisung – oft kleine kriminelle Vergehen oder „asoziales Verhalten“ – und hinterfragt die Selbstreflexion sowie die Sozialprognose der Jugendlichen. Dabei wird deutlich, dass die Protagonisten häufig die von ihnen erwarteten, systemkonformen Antworten geben. Kommentarlos macht der Film zudem die begrenzten beruflichen Perspektiven sichtbar: Die Ausbildung beschränkt sich auf Tätigkeiten wie Teilfacharbeiter für Textil- oder Gebäudereinigung. Durch das mehrfache „Entweichen“ eines Jungen und die drohende Überstellung in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau vermittelt die Dokumentation dem Publikum eine Ahnung von der Existenz restriktiverer, geschlossener Einrichtungen.
Die Filmkritik des Neuen Deutschlands lobt das Werk: „Nicht weniger wichtig […] ist ein Film Roland Steiners. […] Steiner näherte sich dem diffizilen Gegenstand mit großer Verantwortung und stellte behutsam Fragen, die wirklich auf Antwort aus sind, das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Ein wichtiger Film ist das, mit dem ein junger Regisseur zeigt, wie auch komplizierte Themen mit politischem Verantwortungsgefühl und menschlicher Achtung filmisch zu realisieren sind.“
Trotz des angekündigten Kinostarts für das vierte Quartal 1982 wird dem Film nach einer zweiten Aufführung auf dem Leipziger Dokfilmfestival im November die staatliche Zulassung entzogen. Ausschlaggebend hierfür sind kritische Töne im Hauptreferat der FDJ-Kulturkonferenz im Oktober 1982. Erst im September 1989, während der Wendezeit, wird JUGENDWERKHOF für den „organisierten Einsatz“ nach Abstimmung mit der Hauptverwaltung Film wieder freigegeben.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1982, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 50; Berliner Zeitung, 17./18. Juli 1982, S. 10; ND, 28. September 1982, S. 7; ND, 21. Oktober 1982, S. 4; Filmspiegel 23/1982, S. 6ff; Wieland Becker, Volker Petzold: Tarkowski trifft King Kong. Geschichte der Filmklubbewegung in der DDR. Vistas Verlag. Berlin 2001, S. 438; Ingrid Poss, Christiane Mückenberger, Anne Richter: Das Prinzip Neugier. DEFA-Dokumentarfilmer erzählen. Verlag Neues Leben. Hrsg. Filmmuseum Potsdam 2012, S. 531-533; Roland Steiner: Zu den Jugend-Zeit-Filmen von Roland Steiner. In: Leuchtkraft Nr. 8. Journal der DEFA-Stiftung 2022, S. 96)
27. Oktober
Der Schauspieler Herwart Grosse stirbt im Alter von 74 Jahren. Nur ein Jahr später hätte er am Deutschen Theater sein 50-jähriges Bühnenjubiläum begangen. Seit Ende der 1940er-Jahre prägt er das DEFA-Kino durch unverwechselbare, markante Charakterrollen. Sein Spektrum reicht vom I.G.-Farben-Direktor von Decken in DER RAT DER GÖTTER (1950) über den Hofrat von Zeller in ROBERT MAYER – DER ARZT AUS HEILBRONN (1955) bis hin zum Gestapo-Chef Heinrich Müller in DER FALL GLEIWITZ (1961). Zu seinen späteren markanten Auftritten zählen die Darstellung des preußischen Königs Friedrich II. in der Historienkomödie DIE GESTOHLENE SCHLACHT (1971) sowie die Rolle des Gesandten in DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS (1976).
(ND, 28. Oktober 1982, S. 2, 4; Filmspiegel, 25/1982, S. 14-15; F.-B. Habel & Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 1999, S. 109f)
28. Oktober
Im Nachgang zum IV. Kongress der Film- und Fernsehschaffenden versammeln sich Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtungen Regie, Kamera, Produktion und Filmwissenschaft im Berliner Haus der Ungarischen Kultur. Die vom Verband unterstützte Konferenz dient der Vorbereitung eines geplanten Dialogs zwischen jungen Filmemachern und dem ZK-Sekretär für Kultur, Kurt Hager. Im Zentrum stehen die Kritik an der Ausbildung, die Forderung nach schnelleren Regiedebüts sowie die Gründung eines eigenständigen Nachwuchsstudios.
Der Regisseur Herwig Kipping findet dabei deutlichere Worte als die Mehrheit der Anwesenden. Er prangert eine grassierende Mittelmäßigkeit an und kritisiert, dass die junge Generation, trotz ihrer grundsätzlichen Loyalität zum Sozialismus, lediglich die Positionen der Vätergeneration wiederkäuen dürfe. Diese Unbeugsamkeit führt später zu seinem Ausschluss aus der SED und seiner faktischen Isolierung als Unperson.
Die Versammlung wählt schließlich 18 Vertreterinnen und Vertreter, um das sogenannte „Hager-Papier“ zu erarbeiten. Das Gremium sieht sich jedoch fortwährendem Misstrauen und Behinderungen durch staatliche Organe ausgesetzt. Infolge dieses repressiven Drucks löst sich die Gruppe schließlich selbst auf.
(Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 302f; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 221f)
November 1982
24. November
Unter Anwesenheit von Erich Honecker erlebt die Kinofassung des DEFA-Dokumentarfilms BUSCH SINGT im Berliner Filmtheater Kosmos ihre festliche Uraufführung. Das Werk, eine Koproduktion mit dem Fernsehen und der Akademie der Künste der DDR, blickt auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive des kommunistischen Schauspielers und Sängers Ernst Busch. Nach dem Tod von Konrad Wolf, der die Idee und künstlerische Leitung innehatte, führten die Regisseure Peter Voigt und Erwin Burkert das Projekt zu Ende. Der Titel des Films ist Programm: Nicht die Bilder werden durch Musik untermalt, vielmehr tragen die Kampf- und Arbeiterlieder den Film. Die unverwechselbare, kraftvolle Stimme des 1980 verstorbenen Ernst Busch bildet das dramaturgische Rückgrat der Dokumentation, die sich virtuos sämtlicher gestalterischer Mittel des Genres bedient.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1982, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 295ff; ND, 25. November 1982, S. 1; Neue Zeit, 25. November 1982, S. 4; Berliner Zeitung, 27. November 1982, S. 10; Filmspiegel, 23/1982, S. 23-25; BFF, 5/1983, S. 124-144, 39/1990, S. 196-209; Film und Fernsehen, 11/1982, S. 29, 1/1983, S. 36-46, 3/1983, S. 8; Elke Schieber: Im Dämmerlicht der Perestroika 1980 bis 1989. In: Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokumentarfilme 1946-92. Filmmuseum Potsdam 1996, S. 218)
Dezember 1982
3. Dezember
Die Studioabnahme des DEFA-Dokumentarfilms EINMAL IN DER WOCHE SCHREIN (R: Günter Jordan) findet im Beisein des Parteisekretärs Rolf Schnabel statt. Über den genauen Verlauf der Abnahme wird kein offizielles Protokoll angefertigt. Die staatliche Zulassung für das Werk wird verweigert. Als Hauptgrund für das Verbot gilt das Titelstück der Gruppe Pankow. Besonders die Textzeilen „Immer um Erlaubnis fragen, gibt’s denn gar nichts mehr zu wagen, wer will an der Leine geh’n, ich will selber denken, selber seh’n.“ stoßen auf Widerstand. Erst im Oktober 1989 erhält der Film auf Antrag des Regisseurs die staatliche Zulassung.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1990, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 164; Elke Schieber: Im Dämmerlicht der Perestroika 1980 bis 1989. In: Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokumentarfilme 1946-92. Filmmuseum Potsdam 1996, S. 182f; Zeitzeugengespräch: Günter Jordan. Regie: Ferdinand Teubner, Katrin Teubner 2024)