Filmstill zu "Mein lieber Robinson"

DEFA-Chronik für das Jahr 1981

 

Künstlerinnen und Künstler der DEFA nehmen 1981 mit Delegationen unter anderem an den folgenden Filmwochen teil, die erstmals im Ausland veranstaltet werden:

  • im Januar in Aden (YDR Jemen)
  • im Februar in Coimbra (Portugal 
  • im Februar in Aarhus (Dänemark)
  • im Februar an der Jugendfilmwoche in Brüssel und Antwerpen (Belgien)
  • im Mai in Athen (Griechenland) mit 17 Dokumentarfilmen des Studios H&S
  • im Mai in Colombo (Sri Lanka)
  • im September in Titograd (Jugoslawien) mit Filmen von Konrad Wolf

Spiegelbildlich dazu finden Filmwochen anderer Länder in der DDR statt. Darüber hinaus nehmen DEFA-Filmschaffende international an zahlreichen weiteren Filmwochen und Festivals teil.
(ND, 29. Januar 1981, S. 2; Filmspiegel, 6/1981, S. 2; Filmspiegel, 6/1981, S. 2; Filmspiegel, 6/1981, S. 2; Filmspiegel, 15/1981, S. 11-13; Filmspiegel, 14/1981, S. 3; ND, 17. September 1981, S. 4)

Januar 1981

1. Januar

Der Minister für Kultur, Hans-Joachim Hoffmann, beruft Thomas Wedegärtner zum Direktor des DEFA-Studios für Trickfilme. Das Studio vollzieht Anfang der 1980er-Jahre einen Kurswechsel: Weg von der rein politisch-didaktischen Ausrichtung der Ära Wolfgang Kernicke, hin zu poetischeren und künstlerisch ambitionierteren Filmen. Im Zentrum der Studioarbeit steht fortan die Erweiterung und Förderung individueller künstlerischer Handschriften.
(Filmspiegel, 2/1981, S. 2; Podium und Werkstatt der VFF, 4/1980, S. 14; Marion Rasche: Der Mann in der Flasche. In: Die Trickfabrik. DEFA-Animationsfilme 1955-1990. [Hrsg. Ralf Schenk/Sabine Scholze]. Dresden/Berlin 2003, S. 130; Günter Jordan: Film in der DDR, Daten - Fakten - Strukturen , Filmmuseum Potsdam, 2. überarbeitete Fassung 2013, S. 184)

15. Januar

Uraufführung des DEFA-Spielfilms UNSER KURZES LEBEN (R: Lothar Warneke). Über Jahre hinweg ist die Verfilmung von Brigitte Reimanns postum veröffentlichtem Roman „Franziska Linkerhand“ (1974) blockiert worden, da Kritik am staatlichen Wohnungsbauprogramm als Angriff auf die Führung von Partei und Klasse gilt. Lothar Warneke legt nun eine Adaption vor, die die kompromisslose Schärfe der literarischen Vorlage in eine moderatere Filmsprache übersetzt. Die Protagonistin (gespielt von Simone Frost), eine junge Architektin, streitet zunächst für die Sanierung der Altstadtzentren sowie den Erhalt von Kultur- und Begegnungsräumen. Im Verlauf der Handlung vollzieht der Film jedoch eine Wendung: Die junge Frau akzeptiert die ökonomischen Zwänge und erkennt die soziale Priorität an, das Wohnungsproblem durch industrielle Neubauten zu lösen.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1980, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 25f; Filmspiegel, 3/1981, S. 14; Film und Fernsehen, 3/1981, S. 40-41; Podium und Werkstatt des VFF, 12/1982, S. 76-91; Klaus Wischnewski: Träumer und gewöhnliche Leute 1966 bis 1979. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 249; Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns. 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 273f; Lothar Bisky: Lothar Warneke zum 65. Geburtstag. In: apropros: Film 2002. Das Jahrbuch der DEFA-Stiftung. Berlin 2002, S. 50ff)

19. Januar

Der Filmautor Walter Gorrish (1909–1981) stirbt. Er zählt zu den prägenden Autoren der DEFA, dessen Drehbücher häufig durch seine persönlichen Erfahrungen als Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer beeinflusst sind. Er liefert die Vorlagen für bedeutende Produktionen wie MICH DÜRSTET (1956), JAHRGANG 21 (1957), FÜNF PATRONENHÜLSEN (1960) und ENGEL IM FEGEFEUER (1964).
(Film A-Z: Taschenbuch der Künste, Berlin, 1984, S. 122)

März 1981

20. März

Die Heinrich-Greif-Preise des Jahres 1981 werden verliehen.

  • II. Klasse: An ein Kollektiv des DEFA-Studios für Synchronisation um Synchronregisseurin Johanna Simeth und Textautor Wolfgang Krüger für die beispielgebenden Leistungen bei der Synchronisation bedeutender Filme aus dem Gegenwartschaffen sozialistischer Länder.
  • II. Klasse: An ein Kollektiv des Studios H&S um Chefschnittmeisterin Traute Kleberg-Wischnewski, Cheftrick- und Realfilmkameramann Horst Donth und Chefgrafiker Walter Martsch für den schöpferischen Beitrag zu den Dokumentarfilmzyklen über Chile und Vietnam. 

(ND, 21. März 1981, S. 1f)

April 1981

9. April

Das Filmmuseum der DDR – das erste Filmmuseum Deutschlands – wird in Potsdam teileröffnet. Als Domizil dient der originalgetreu rekonstruierte Knobelsdorffsche Marstall, in dem zunächst eine Ausstellung filmtechnischer Geräte gezeigt wird. Die konzeptionelle Grundlage für das Haus schufen bereits 1968 die Filmwissenschaftlerin Christiane Mückenberger, der Direktor des Staatlichen Filmarchivs der DDR, Wolfgang Klaue, und der DEFA-Szenenbildner Harald Horn. Während das Museumskino mit 120 Plätzen, die Eingangshalle und das Museumscafé den Besuchern bereits zur Verfügung stehen, befinden sich weitere Bereiche, wie die Dauerausstellung zur deutschen Kinematografie bis 1945, noch im Aufbau.
(Berliner Zeitung, 10. April 1981, S. 2; Filmspiegel, 18/1980, S. 12-15, 13/1986, S. 23; Film und Fernsehen, 5/1981, S. 8-13)

Juni 1981

24. Juni

Die Akademie der Künste thematisiert den Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 im Spiegel zeitgenössischer Dokumentarfilme. Die Veranstaltung präsentiert Filmdokumente aus der Sowjetunion, den USA und dem Dritten Reich, die das historische Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Gezeigt werden EIN TAG DER NEUEN WELT (Sowjetunion, 1940) unter der Regie von Roman Karmen sowie DIE SCHLACHT UM RUSSLAND (USA, 1944), der fünfte Teil der Serie Warum wir kämpfen von Anatole Litvak. Ergänzt wird das Programm durch DIE ZERSCHLAGUNG DER DEUTSCHEN TRUPPEN VOR MOSKAU (Sowjetunion, 1942) von Leonid Warlamow und die DEUTSCHE WOCHENSCHAU Nr. 27/1941 mit Aufnahmen aus der letzten Juniwoche 1941.
(Filmspiegel, 14/1981, S. 7-9)

August 1981

6. August

Die DDR-Presse bewertet die Zukunft des heimischen Spielfilmschaffens mit Optimismus. Im „Neuen Deutschland“ konstatiert Horst Knietzsch, der inoffiziell als einflussreichster Filmkritiker des Landes gilt, dass das Kino seinen Platz als Ort geistiger Kommunikation im kulturellen Leben behauptet und dem Fernsehen erfolgreich widersteht. Besondere Beachtung findet die statistische Bilanz: Obwohl DEFA-Produktionen lediglich 10 Prozent des 140 Titel umfassenden Spielplans ausmachen, generieren sie 25 Prozent der Gesamtzuschauerzahlen – ein Erfolg, der einer neuen künstlerischen Qualität zugeschrieben wird. Dabei erweisen sich ernste Stoffe und heitere Filme gleichermaßen als Publikumsfavoriten.

In weiteren öffentlichen Beiträgen werden zudem der Erfolg des neu etablierten Nationalen Spielfilmfestivals in Karl-Marx-Stadt sowie die internationale Anerkennung für das DEFA-Kino hervorgehoben. Gleich drei Produktionen überschreiten die Grenze von einer Million Zuschauern: DIE VERLOBTE (1980), UND NÄCHSTES JAHR AM BALATON (1980) und SOLO SUNNY (1979/80).
(ND, 6. August 1981, S. 4; Hans Joachim Meurer, Cinema and National Identity in a Divided Germany 1979-1989: The Split Screen (Studies in History and Criticism of Film, 2) 2000. S. 281-294. Appendix C: Table 24-34; Mario Keller: „Immer im Kreis rum!“ - Film in der DDR zur Zeit kulturpolitischer Engführung. Jadup und Boel und andere DEFA-Gegenwartsspielfilme der frühen achtziger Jahre. Diplomarbeit. Universität Wien 2013, S. 58)

September 1981

17. September

Uraufführung des DEFA-Gegenwartsdramas BÜRGSCHAFT FÜR EIN JAHR (Regie: Herrmann Zschoche) im Rahmen der 9. Tage des sozialistischen Films in Suhl. Das Szenarium von Gabriele Kotte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tine Schulze-Gerlach. 

Ähnlich wie Heiner Carow in BIS DASS DER TOD EUCH SCHEIDET rückt Zschoche einen sozialen Problemfall in das Zentrum seiner Erzählung: Das Schicksal einer alleinstehenden Mutter und ihrer vernachlässigten Kinder gestaltet er mit tiefem Verständnis für Menschen in prekären Lebenssituationen. Wie so oft in der DDR-Kulturpolitik provoziert die Darstellung sozialer Randerscheinungen Kritik; Stimmen aus der Funktionärsebene werfen dem Film vor, das „Untypische“ zu thematisieren und damit den sozialistischen Alltag verzerrt darzustellen. BÜRGSCHAFT FÜR EIN JAHR erfährt jedoch große Anerkennung und wird vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem DDR-Kritikerpreis des VFF (1982). Auf den 32. Internationalen Filmfestspielen Berlin (1982) erhält die Produktion den Preis der OCIC sowie den Silbernen Bären für Katrin Sass als beste Darstellerin.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 16fFilmspiegel, 18/1981, S. 22-23, 20/1981, S. 22; Film und Fernsehen, 11/1981, S. 7 ; Podium und Werkstatt der VFF, 12/1982, S. 105-119; F.-B. Habel: Das große Lexikon der Spielfilme, Neuausgabe in zwei Bänden, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2017, S. 127ff)

Oktober 1981

7. Oktober

Die Nationalpreise für Kunst und Literatur des Jahres 1981 werden vergeben.

  • III. Klasse: An ein Filmkollektiv der Reihe „Die Kinder von Golzow“ des DEFA-Studios für Dokumentarfilme um Winfried Junge, Uwe Kant und Hans-Eberhard Leupold.
  • III. Klasse: An die Schauspielerin Gudrun Ritter für ihre meisterhafte Darstellung von Frauengestalten in Theater, Film und Fernsehen.
  • III. Klasse: An den Dokumentarfilmregisseur Kurt Tetzlaff für seinen schöpferischen Beitrag zur Weiterentwicklung des Dokumentarfilmschaffens.

(ND, 8. Oktober 1981, S. 4; Informationsbulletin der VFF, November 1981, S. 18)

13. – 16. Oktober

Im Rahmen des 4. Nationalen Festivals des Dokumentar- und Kurzfilms der DDR für Kino und Fernsehen in Neubrandenburg findet die Uraufführung des Zeichentrickfilms EINMART (R: Lutz Dammbeck) statt. Die Veranstaltung wird vom Ministerium für Kultur, dem Staatlichen Komitee für Fernsehen und dem VFF der DDR in Zusammenarbeit mit dem Rat des Bezirkes Neubrandenburg organisiert. Dammbecks Werk wird vom Publikum begeistert aufgenommen. Die surreale Parabel über ein degeneriertes Wesen, das sich entgegen seiner Bestimmung in die Lüfte erhebt, avanciert in der Folgezeit zum Kultfilm in der DDR.
(Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 213; Filmspiegel, 19/1981, S. 11, 23/1981, S. 6-9; Film und Fernsehen, 10/1985, S. 16-18; Informationsbulletin des VFF, 3/1981, S. 13)

November 1981

5. November

Bruno J. Böttge (1925–1981) stirbt im Alter von 56 Jahren. Von 1955 bis 1981 wirkte er als Regisseur im DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des VFF der DDR und baut die Produktionsgruppe für Silhouettenfilme auf, die zunächst im DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme angesiedelt war. Als Regisseur von über vierzig Silhouettenfilmen prägt er maßgeblich das Profil des DDR-Animationsfilms. Mit WARUM JEDER EIN KÖRNCHEN WEISHEIT BESITZT realisiert er 1959 den ersten farbigen Silhouettenfilm der DEFA. Böttges Werke werden auf zahlreichen internationalen Festivals, unter anderem in Montevideo, Tampere und Venedig, präsentiert. 1974 entsteht in Kooperation mit dem italienischen Studio Corona Cinematografica der Film DIE PRINZESSIN UND DER ZIEGENHIRT.

Das Kinderfilmfestival GOLDENER SPATZ würdigt Böttge 1983 mit einer umfassenden Werkschau. In den 1990er-Jahren erfährt sein Schaffen eine erneute Ehrung durch die Ausstellung „SCHWARZ WEISS – Der Silhouettenfilm des DEFA-Studios für Trickfilme Dresden“ des Deutschen Instituts für Animationsfilm (DIAF).
(Berliner Zeitung, 20. November 1981, S. 9; Filmspiegel, 24/1981, S. 2, 3/1982, S. 8-9; Film A-Z: Taschenbuch der Künste, Berlin, 1984, S. 41; Berliner Zeitung vom 20.11.1981, S.9; Ralf Schenk und Sabine Scholze (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. Bertz + Fischer, Berlin 2003, S. 499)

17. November

Im „Neuen Deutschland“ erscheint an prominenter Stelle ein ungewöhnlich ausführlicher, offensichtlich fingierter Leserbrief eines angeblichen Hauptmechanikers aus Erfurt namens Hubert Vater. Der Verfasser übt darin scharfe Kritik an der Themenauswahl sowie der politischen Ausrichtung der DEFA und beklagt das Fehlen des „sozialistischen Helden“. Der Tonfall ist dabei nicht bittend, sondern fordernd und direktiv. In der Folge erscheint eine Reihe von Artikeln und Interviews, unter anderem mit dem Leiter der HV Film, Horst Pehnert, die die von „Hubert Vater“ aufgeworfenen Fragen aufgreifen. Die Debatte konzentriert sich dabei auf die Forderung nach einem positiven Heldenbild im Film. Eine erste Welle dieser Beiträge erfolgt unmittelbar nach Erscheinen des Briefes, eine zweite begleitet den Kongress des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden (VFF) im Spätsommer 1982.

Die Veröffentlichung des Vater-Briefes markiert einen tiefgreifenden Einschnitt in der Kulturpolitik: Die Auseinandersetzung findet nicht mehr offen zwischen Künstlern und namentlich bekannten Funktionären statt, sondern wird über eine anonyme Instanz geführt. Die Presse wird hierbei als Instrument instrumentalisiert, um massiven öffentlichen Druck auf die Filmschaffenden auszuüben. Diese Entwicklung führt zu einer Verschärfung der Zensur durch verunsicherte Kulturpolitiker und verstärkt die Selbstzensur innerhalb der Studios. Unmittelbar nach Erscheinen des Briefes zieht Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann die bereits erteilte Genehmigung für den kritischen Gegenwartsfilm JADUP UND BOEL zurück, der ursprünglich in einer limitierten Auflage in den Studiokinos anlaufen sollte.
(ND, 17. November 1981, S. 2Elke Schieber: Anfang vom Ende oder Kontinuität des Argwohns 1980 bis 1989. In: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. Potsdam 1994, S. 266; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 212f; Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hrsg): Die Spur der Filme, Zeitzeugen über die DEFA, Ch. Links Verlag, Berlin 2. Auflage 2006 S. 365; Mario Keller: „Immer im Kreis rum!“ - Film in der DDR zur Zeit kulturpolitischer Engführung Jadup und Boel und andere DEFA-Gegenwartsspielfilme der frühen achtziger Jahre. Diplomarbeit. Universität Wien 2013, S. 56-62)

20. – 27. November

Im Rahmen der 24. Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche feiert der Dokumentarfilm LEBENSLÄUFE – DIE GESCHICHTE DER KINDER VON GOLZOW IN EINZELNEN PORTRÄTS von Winfried Junge seine Uraufführung. Aus den Momentaufnahmen, die Junge seit der Einschulung der Kinder über einen Zeitraum von 20 Jahren dokumentiert hat, kompiliert er neun Einzelporträts. Die Wirkung des Films resultiert aus der Offenheit, mit der er über den Alltag „normaler“ Menschen berichtet. LEBENSLÄUFE bleibt dabei konsequent wahrhaftig und lebensnah: Themen wie Studium, ungeliebte Berufe, mangelhafte Wohnbedingungen, Einsamkeit, die Sorge, das „Falsche“ zu sagen, sowie das Misstrauen gegenüber offiziellen Phrasen werden ungeschönt thematisiert. Auch persönliche Ereignisse wie Krankheit, Hochzeit, christliche Erziehung, Scheidung und die Freundschaft zu einer polnischen Kollegin finden Eingang in die Erzählung. Die Produktion wird mit der GOLDENEN TAUBE ausgezeichnet und erfährt auf zahlreichen internationalen Festivals große Anerkennung.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1980, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 78f; Neue Zeit, 24. November 1981, S. 4; Elke Schieber: Im Dämmerlicht der Perestroika 1980 bis 1989. In: Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokumentarfilme 1946-92. Filmmuseum Potsdam 1996, S. 183f; Ralf Schenk: Eine kleine Geschichte der DEFA. Daten, Dokumente, Erinnerungen. DEFA-Stiftung 2006, S. 209)

Dezember 1981

18. Dezember

Mit LEBEN UND WEBEN kommt der vierte Teil von Volker Koepps Zyklus über die Frauen im Obertrikotagenwerk „Ernst Lück“ in Wittstock in die Kinos. Wie in vielen seiner Arbeiten vermittelt Koepp ein differenziertes Frauenbild, wobei bei der Protagonistin Edith, einer Obermeisterin, das Individuelle im Vordergrund steht. Ihre Suche nach persönlichem Glück kollidiert dabei mit der infrastrukturellen und sozialen Zurückgebliebenheit der ländlichen Region. Die Politik soll für sie „vor der Haustür“ bleiben; Edith begegnet der Zukunft weiterhin mit Skepsis.
(Filmbibliografischer Jahresbericht 1981, Staatliches Filmarchiv der DDR, S. 45; Eduard Schreiber: Zeit der verpassten Möglichkeiten. In: Schwarzweiß und Farbe, DEFA-Dokumentarfilme 1946-92. Filmmuseum Potsdam 1996, S. 170)

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